Hightech Innovation Center Würth, München-Freiham

Aufgabe
Die Würth Elektronik eiSos, einer der führenden Hersteller von elektronischen und elektromechanischen Bauteilen in Europa, möchte im Münchner Stadtteil Freiham ein Hightech Innovation Center errichten. Der Neubau soll die innovativen Leistungen des Unternehmens reflektieren, sich aber auch harmonisch in die Umgebung einfügen. Im Mittelpunkt stehen die Motivation der Mitarbeiter und die Optimierung ihrer Fähigkeiten durch qualitativ hochwertige Arbeitsbedingungen. Die unterschiedlichen Funktionen wie Forschung, Konferenz, Verwaltung und Restaurant werden in einem repräsentativen, identitätsstiftenden Gebäude vereint.
Das Konzept von Dietrich | Untertrifaller hat die Jury überzeugt und ging aus dem nicht offenen Realisierungswettbewerb einstimmig als Sieger hervor.

Konzept
Die städtebauliche Leitidee bespielt die beiden Baufelder mit zwei unabhängigen dreigeschossigen Baukörpern, verbunden durch einen gedeckten Übergang im 1. Obergeschoss. Gemeinsam bilden die beiden Solitäre einen durch Höfe gegliederten Campus, der sich am Maßstab der Umgebung orientiert und trotzdem einen markanten Gegenpol zur ortsüblichen Bebauung bildet.
Der einladende gedeckte Eingangsbereich mit dem anschließenden geschützten Innenhof leitet vom öffentlichen Straßenraum zum Innovations-Center über. „Das innere Erschließungskonzept ist stringent, klar strukturiert und wirtschaftlich. Die Haupterschließungsmagistrale, die sich in Ost-West-Richtung in der Mitte der Gebäude durch alle Geschosse zieht, ermöglicht eine gute Orientierung im Gebäude und dient gleichzeitig als Kommunikationsbereich zwischen den verschiedenen Nutzungen im Haus,“ lobte die Jury unseren Entwurf. Geschützte Terrassen und Innenhöfe bieten Rückzugsorte und Ruhezonen.

Funktionalität
Die Hauptfunktionen gliedern sich vertikal von den halböffentlichen und repräsentativen Bereichen im Erdgeschoss zu den introvertierteren Bereichen der Forschung in den Obergeschossen. Eventbereich, Restaurant und Ausstellungsflächen liegen auf einer Ebene im Erdgeschoss und öffnen sich zum attraktiv gestalteten Außenbereich.
Das flexible Raumkonzept im Obergeschoss passt sich optimal an die Bedürfnisse der unterschiedlichen Teams und Nutzungen an. Es ermöglicht Rückzugsorte für die individuelle Forschung und das Arbeiten in Kleingruppen ebenso wie Bereiche für experimentelle, interaktive Prozesse. Immer wieder neue Blickbeziehungen verknüpfen die einzelnen Gebäudebereiche visuell und fördern den kommunikativen Charakter des Hauses.
„Die Nutzungen im Erdgeschoss sind richtig angeordnet. Die übersichtliche und funktionsgerechte Anordnung der Nutzungen in den beiden Obergeschossen und insbesondere die vielfältige Verknüpfung der verschiedenen Bürobereiche mit zugeordneten Terrassenflächen wird anerkannt. Das Raumkonzept bietet ein hohes Maß an Flexibilität“, bestätigt die Jury.

Konstruktion & Materialität
Die Leichtbaukonstruktion aus vorgefertigten Holz-Beton-Verbundelementen verspricht eine wirtschaftliche, schnelle Realisierung. Transparente Bereiche mit Glasoberflächen im Wechsel mit den geschlossenen Bereichen der Nebenräume strukturieren den Innenraum.
Die großzügig verglaste Fassade ist mit einem engmaschigen, geschosshohen Holzraster verkleidet, das mit einer schützenden Metallverkleidung gefasst ist und zugleich den textilen Sonnenschutz enthält. Die raumbildende Konstruktion bleibt sichtbar.
„Mit dem Konstruktionsvorschlag einer Holzverbund-Bauweise wird eine innovative Konstruktionsweise angeboten, die auch durch die Möglichkeit einer weitgehenden Vorfertigung eine hohe Wirtschaftlichkeit erwarten lässt. Die Fassaden lassen ein hohes Maß an gestalterischer Qualität erkennen“, würdigt das Juryprotokoll.

Auslober: WE eiSos GmbH & Co. KG
Architektur: Dietrich | Untertrifaller,
Wettbewerb: 2019 / 1. Preis
Fläche (1.BA): HNF 7.900m², BGF 10.300m²
Kapazität: Räume für Konferenz, Verwaltung, Forschung, Restaurant, EDV, Lager, Technik, Labore

Partner
Statik: Knippers Helbig, Stuttgart / Energietechnik: Transsolar, Stuttgart / Landschaft: Lohrer.Hochrein, München /// Visualisierung: © Dietrich | Untertrifaller