DC Tower 3, Wien (AT)

Der DC Tower 3 auf der Donauplatte im Norden Wiens vervollständigt das Ensemble mit den beiden von Dominique Perrault entworfenen Bürotürmen DC 1 und DC 2 und bietet 832 Studenten-Apartments. Auf mehreren Ebenen wird das 100 Meter hohe Gebäude mit öffentlichen Plätzen und Wegen fußläufig an das bestehende Quartier der Donaucity und an das Verkehrsnetz angebunden. Eine verglaste Zäsur in der Mittelachse bringt Tageslicht in den Gebäudekern, der mit großzügigen, zweigeschossigen Erschließungszonen punktet. Die Ausstülpungen der dreidimensional verformten Fassadenelemente finden im Inneren ihre Entsprechung in gemütlichen holzverkleideten Alkoven, die aus jedem Zimmer den Blick zur Donau und über die Stadt rahmen.

 

Urbaner Kontext

Das schmale Grundstück – kaum mehr als eine Verkehrsinsel, umspült von Wagramerstraße, Autobahnauffahrt und U-Bahnlinie – stellte uns bei der Planung vor große Herausforderungen. Doch die attraktive Lage an der Donau mit Blickachse zum Stephansdom und die prominente Nachbarschaft mit UNO-City, den Perrault-Türmen DC 1 und DC 2 sowie dem Hochhaus von Harry Seidler waren es wert, dieses Wagnis einzugehen.

Für eine sinnvolle Erschließung des Projektes, erweitern wir die Donauplatte im Bereich der Carl-Auböck-Promenade bis zur Wagramerstraße. Um den Höhenunterschied von ca. sechs Metern zu überwinden, wird die U-Bahnlinie 1 mit einer Brücke überbaut. Diese mündet ebenerdig auf die Plaza des Erdgeschosses und bietet im Bereich der Radbrücke mit Sitzstufen einen attraktiven öffentlichen Platz mit Blick auf die Donau und die Stadt.

Auftraggeber: S+B Plan & Bau GmbH
Standort: A-1220 Wien, Donau-City-Straße 3
Architektur: Dietrich | Untertrifaller
Projektleitung: Vinzenz Dreher
Bauzeit: 2018-2021
Fläche: 24.000 m²
Kapazität: 832 Studentenwohnungen, Fitness- und Eventbereich, Dachterrasse

Partner
Statik: KS Ingenieure, Wien / Haustechnik: die Haustechniker, Jennersdorf / Heizung, Fassade: Dr. Pfeiler, Graz / Brandschutz: Kunz, Mödling / Strömungsberechnung: Weatherpark, Wien / Bodenmechanik: 3P Geotechnik, Wien / Verkehr: Rosinak & Partner, Wien / Landschaft: Kieran Fraser, Wien / Tiefbau: i+R Spezialtiefbau, Lauterach / Hochbau: Granit, Graz / Visualisierung: Expressiv, Wien

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Schnitt

Schwieriger Baugrund

Nicht nur die beengte Raumsituation, auch schwierige Bodenverhältnisse und ein straffer Zeitplan verschärfen die Rahmenbedingungen für den Grundbau des DC Tower 3. Bodenbeschaffenheit, Bebauungsdichte und der damit fehlende Platz am Baufeld erfordern spezielle maschinelle Lösungen. Für die Pilotierung wurden daher zwei Großdrehbohrgeräte parallel eingesetzt. „Die Kombination dieser beiden hochspezialisierten Baumaschinen ermöglicht eine absolut erschütterungsfreie Pilotierung in vorgegebener Zeit. Damit lassen sich 535 Piloten in vier Monaten betonieren“, erklärt Andreas Hugelshofer von i+R Spezialtiefbau. Die fast einen Meter dicken Piloten werden bis zu 35 Meter tief mit einer SOB-Schnecke ins Erdreich gebohrt.

Vom Dunkel ins Licht - Beginn der Hochbauphase

Die Tiefbauarbeiten wurden erfolgreich und termingerecht beendet - die Fundamentplatte ist fertig. Nun kann der Turm endlich in die Höhe wachsen! Im nächsten Schritt werden die Kellerwände errichtet.

Innovative Konstruktion

Die Stahlbeton-Skelettkonstruktion mit Flachdecken wird über den Kern in Längsrichtung bzw. über Wände in Querrichtung ausgesteift. Die Fensteralkoven werden als Module vorgefertigt und vor Ort montiert. Betonlamellen gliedern in den Sockelgeschossen die Fassade, ab dem Erdgeschoss ist der Turm mit eloxiertem Aluminium verkleidet.

 

Im Sockel liegen attraktive Veranstaltungs- und Fitnessbereiche sowie großzügige Aufenthalts- und Lernzonen. Eine windgeschützte und teilweise gedeckte Dachterrasse sowie ein begrüntes Atrium in der Sockelzone fördern die soziale Interaktion.

 

Die 832 Apartments erstrecken sich vom ersten bis zum 32. Obergeschoss und sind mit einer Sanitäreinheit, einem Arbeitsplatz und einer kleinen Kochnische ausgestattet. Die dreieckigen Ausstülpungen der Metallfassade wandeln sich im Inneren zu Alkoven aus Holz, die als beheizte Sitzfenster zum Relaxen einladen und weite Ausblicke über die Stadt bieten.