Stadt-Casino, Basel

Die beiden bestehenden Bauten besetzen eine Schlüsselstelle im Stadtgefüge, indem sie die beiden markanten Plätze vor der Barfüsserkirche und dem Stadttheater voneinander trennen und räumlich abgeschlossene Platzidentitäten definieren. Diese Qualität gilt es zu bewahren. Vom Wettbewerbsgelände aus gesehen, ergibt sich in jede Blickrichtung ein eigenständiges Stadtbild. Es enthält Aspekte des Mittelalters, des 19. Jahrhunderts, der Moderne und deren unmittelbare Konfrontation. Daher ist der Bau des neuen Casinos zunächst als Wahrnehmungspunkt zu verstehen, von dem aus man ganz individuelle Blicke in die Synthese der Basler Baukultur aus 500 Jahren anbieten will.
Das Foyer an der südlichen Längsseite des Casinoneubaues bezieht den Straßenraum des Steinenbergs mit ein und antwortet auf das Motiv der ansteigenden Topographie im Inneren. Zwischen Casinoneubau und dem restaurierten und integrierten Saal gibt die Erschließung den Blick frei auf den neu gestalteten Platz vor der Barfüsserkirche. In den vertikalen Erschliessungszonen werden die Volumen der beiden Säle erlebt, von oben belichtet durch großzügige Verglasungen. Auch das obere Foyergeschoss kommuniziert mit der Umgebung und fokussiert durch gezielte Öffnungen auf markante Situationen.
Die verschiedenen Gastronomie- und Verkaufsbereiche sind attraktiv positioniert – vor allem das Restaurant am Dach mit phantastischem Rundblick. Der neue Konzert- und Mehrzwecksaal übernimmt die Geometrie des bestehenden Saales und lässt ähnlich hochwertige raumakustische Verhältnisse erwarten. Die Gestaltung des Innenraums ist jedoch kompromisslos modern und schafft einen spannenden Gegensatz zum Bestand.

Auslober: Baudepartement des Kantons Basel-Stadt
Architektur: Dietrich | Untertrifaller
Wettbewerb: 2003