Museum 20er Haus, Wien

Der für die Weltausstellung 1958 in Brüssel entstandene Österreich-Pavillon von Karl Schwanzer wurde 1962 als Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts in Wien eröffnet. Der Entwurf für die Sanierung und Erweiterung bewahrt das ursprüngliche Erscheinungsbild, der später vorgebaute Windfang wird abgebrochen. Die erforderlichen zusätzlichen Volumen liegen unterirdisch – mit Ausnahme eines abgerückten Pavillons für Portierloge, Auspackraum und Personalzugang. Eine leuchtende, liegende Glasbox – Werbeträger und Beleuchtung – gibt dem neuen Gesamtensemble einen „Rahmen“.
Der Eingang wird aufgrund der neuen Raumzuordnungen um die Mittelachse gespiegelt. Von hier aus sind sämtliche Bereiche auf kurzem Wege erreichbar. Shop, Café und Kino im Eingangstrakt, die Veranstaltungsräume mit veränderlichen Raumkonfigurationen nachgelagert, der Ausstellungsbereich im Obergeschoss. Garderobe, Sanitärräume, Bibliothek und Büros sind im Untergeschoss. Ein Lasten- und ein Personenaufzug erschließen im Hauptkern alle Geschosse. Büros, Werkstätten und Bibliothek werden über einen großzügigen Gartenhof und die Glasboxen belichtet. Die Depots liegen unter dem Parkplatz.
Der abgesenkte Lichthof wird mit großformatigen Betonelementen mit Rasenfugen belegt, ein Teil wird auf die bestehende Kellerwand „geklappt“. Dadurch entsteht Platz für ein Wasserbecken, das den Himmel reflektiert, die Glasfassade verdoppelt sowie interne und externe Bereiche trennt. Der neue Sicherheitspavillon ist schwarz verkleidet und nimmt sich zurück – mit Ausnahme einer Projektionswand in Verlängerung des Vorplatzes. Eine Pufferzone sowie die zusätzliche Wärmeschutzverglasung reduziert den Gesamtenergieverbrauch auf eine Höhe, die einem modernen Gebäude entspricht.

Auslober: 20er Haus
Architektur: Dietrich | Untertrifaller
Wettbewerb: 2003, 3. Preis