LowErgetikum, Pinkafeld

Ziel des Wettbewerbs war ein Konzept für ein nachhaltiges Demonstrations- und Versuchsgebäude für verschiedenste Low-Tech-Ansätze auf dem Campus der FH Burgenland in Pinkafeld. Der Neubau des “LowErgetikum” soll das Zentrum für Forschung, Technologie und Innovation erweitern und zukunftsfit machen.

Die Grundidee ist ein Gebäude, das mit nachhaltigen und regional verfügbaren Materialien erstellt wird und mit einfachen Detaillösungen auskommt. Das Haus soll in der Herstellung weitgehend CO2 Emissionen vermeiden und an seinem Lebenszyklusende wieder in einen CO2 freien Kreislauf eingefügt werden, d.h. Baumaterial kann wieder verwendet, thermisch verwertet oder der Erde zurückgegeben werden. Ganz am Ende werden die Fundamente herausgedreht und es bleibt die Grünlandschaft ohne Rückstände im Boden.

Um dieses Konzept zu realisieren, greifen wir auf ein neu entwickeltes und patentiertes Holz-Lehm-Verbundsystem zurück, das für den Wandaufbau nur Holz, Lehm und Flachs benötigt. Auf synthetische Baustoffe – wie zementgebundene Materialien, Dampfbremsen, Folien, Holzwerkstoffplatten oder Klebebänder sowie Bauschäume – kann gänzlich verzichtet werden. Das vorgefertigte Bausystem erfüllt alle bauphysikalischen Anforderungen in Bezug auf Brandschutz, Schallschutz, Akustik, Luft- und Winddichtigkeit und steuert die Regulierung des Raumklimas.

Das auf Schraubfundamenten aufgeständerte Gebäude mit tief heruntergezogenem Satteldach ist eingeschossig konzipiert. Das spart Baukosten und ermöglicht den Mitarbeitern eine kommunikative Arbeitsatmosphäre der kurzen Wege. Die Mittelzone ist dem Geländeverlauf folgend zwei Mal abgetreppt, wodurch sich drei höhenversetzte Ebenen ergeben, die mit einer breiten Treppe verbunden sind. Die offene, zentrale Begegnungs- und Sozialzone erstreckt sich über die gesamte Gebäudelänge erstreckt und dient auch als Besprechungsraum. Die Büros liegen links und rechts davon und können mit Regalen flexibel abgetrennt werden. Zwei verglaste Atrien an den Abtreppungen bringen Tageslicht und frische Luft ins Gebäudeinnere und erlauben entspannende Ausblicke auf einen moosbewachsenen Boden. Im Eingangsbereich wird der Dachraum im Firstbereich noch für eine Galerie genutzt, wo man einen Ruhe- und Denkraum oder zusätzliche temporäre Arbeitsplätze einrichten kann.

Auslober: Forschung Burgenland GmbH, Eisenstadt
Architektur: Dietrich | Untertrifaller mit Andi Breuss
Wettbewerb: 2019, 2. Preis
Kapazität: Büros und Labore