Lili am See, Seestadt Aspern, Wien (AT)

In Wien entsteht mit der Seestadt Aspern bis 2030 ein multifunktionaler, neuer Stadtteil mit leistbarem Wohnraum, Büros sowie einem Gewerbe-, Wissenschafts-, Forschungs- und Bildungsquartier. Wir haben gemeinsam mit dem schwedischen Büro White Arkitekter für das Baufeld H1 ein neues, gemischt genutztes Wohnquartier entwickelt. Das trapezförmige Areal zwischen dem Campus der Religionen und dem östlichen Seeufer bietet Platz für 250 Wohnungen, Gastronomie, Hotel, Shops und kulturelle Angebote sowie zahlreiche parkartige Freiflächen.

Ein offener Platz als Herzstück
Der “Platz der Kulturen” bildet das Herzstück des Projekts. Er öffnet sich mit einer großzügigen Geste zum See und zu den Kaskadentreppen des Campus der Religionen. Auf der Westseite herrscht pulsierendes Stadtleben mit Restaurants, Cafés und Kunstgalerien in den Erdgeschossen, während die Ostseite mit parkartigen Grünflächen zum Erholen einlädt.

Ein belebter Sockel mit Arkaden
Zweigeschossige Arkaden zonieren den Sockel entlang der Seepromenade und bilden eine witterungsgeschützte Flanierzone mit mediterranem Flair. Nördlich und südlich des zentralen Platzes der Kulturen folgen die privateren Wohnbereiche. Kleinere Wohngassen und -plätze verweben sich spannungsvoll mit der Umgebung. Die zwei unterschiedlich gestalteten, begrünten Quartiersplätze sind den Bewohner:innen vorbehalten und bieten attraktive Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten. Die Dachflächen des viergeschossigen Sockels sind als Dachgarten gestaltet und bieten den Bewohner:innen der darauf aufgesetzten Wohntürme attraktive Ausblicke.

Hochpunkte setzen Akzente
Die versetzt angeordneten und unterschiedlich hohen Türme akzentuieren die Silhouette des Quartiers. Den Auftakt bildet ein 66 Meter hoher Turm am Zaha-Hadid-Platz, der sich zum See hin orientiert. Die beiden 35 Meter hohen Türme markieren den Platz der Kulturen und ergeben gemeinsam mit den beiden niedrigeren Hochpunkten am nördlichen und südlichen Quartierseck ein spannendes Ensemble.

Raumprogramm trennt öffentlich und privat
Im Sockel finden auf bis zu vier Ebenen ein Shared Office Hotel, Restaurants, Cafés, Geschäfte, ein Fitnessstudio sowie Ateliers und Kunstgalerien Platz.
In den Hochpunkten haben wir ausschließlich Wohnungen mit attraktivem Blick über die Seestadt und deren Umgebung untergebracht. 2 bis 4-Zimmerwohnungen bieten ein breites Angebot für unterschiedliche Lebenslagen. Den „krönenden Abschluss“ bilden großzügige Maisonettewohnungen in den beiden obersten Geschossen des Wohnhochhauses.

Kontrastreiche Fassade
In den Obergeschossen wird die Fassade durch unterschiedlich breite französische Fenster und Balkone sowie rote Terrakotta-Fassadenelemente geprägt, die je nach Gebäude und Lichteinfall ihre Farbe verändern. Die Rottöne bilden einen attraktiven Kontrast zu den kühlen und hellen Farben des Sockels. Die versetzt angeordneten Balkone mit abwechselnd transparenten und opaken Brüstungen akzentuieren die Fassade und bieten großzügige private Freiräume mit immer wieder wechselnden Sichtbeziehungen.

Innovative Konstruktion
Der Sockel – und damit der Übergang zum Stadtraum – besteht aus Stahlbetonfertigteilen. Robustheit, hohe Flexibilität, eine einfache Rückbaubarkeit und die Analogie zum Montagebau des darauf aufgesetzten Holz-Hybridbaus sind die Hauptgründe für die Materialwahl. Die Hochpunkte sind als Holz-Beton-Hybride konzipiert. Vorgefertigte Deckenelemente aus Brettsperrholzplatten spannen jeweils vom aussteifenden Stahlbetonkern zu den tragenden Außenwänden. Das Holz bleibt an der Deckenunterseite sicht- und erlebbar.

Auftraggeber: Soulier Real Estate
Architektur: Dietrich | Untertrifaller mit White Architekter
Wettbewerb: 2023, 2. Platz
Programm: 250 Wohnungen, Gastronomie, Hotel, Jugend- und Familienhostel, Kultureinrichtungen und Gewerbe

Partner
Statik: Merz Kley & Partner, Dornbirn / Programmatik: art:phalanx, Wien / Brandschutz: Röhrer Bauphysik, Wien / Haustechnik: team gmi, Wien / Landschaft: White Architekter