JKU Campus Erweiterung West, Linz

Der Campus der JKU Linz ist geprägt von einem Konglomerat unterschiedlichster Bauwerke: den rationalen, kubischen Blöcken der ersten Bauetappe in den 60er und 70er Jahren folgten in den 80ern Bauten mit postmodernen Ansätzen. In den letzten Jahren wurde der Campus mit dem Science Park und seinen hochwertigen Solitären nochmals erweitert. Diesem Stilmix begegnen wir mit einer klar ablesbaren, funktionalen, nachhaltigen Architektur, geprägt durch horizontale Strukturen und schlichte Pavillons aus Holz und Glas. Herz der neuen Anlage ist die freie, grüne Mitte, ein Biotop mit großem Teich, zu dem sich alle Gebäude orientieren. Architektur und Natur verschmelzen so zu einer Einheit, formen ein stimmiges Ensemble, einen öffentlichen Ort des Lernens und der Begegnung.

House of Schools (modular erweiterbares Lehr- und Bürogebäude)

Das langgestreckte 5-geschossige Parkhaus mit dem aufgesetzten 1. Modul des House of Schools begrenzt den Campus nach Süden. Das 2-geschossige Institutsgebäude liegt nur zur Hälfte auf den Stiegenhauskernen des Parkhauses auf. Die andere Hälfte kragt 40 Meter weit aus, so dass ein gedeckter Vorplatz vor dem LIT Center entsteht.

Das 2. Modul mit Hörsaal und Seminarräumen liegt in der Flucht des Parkhauses. Die Obergeschosse werden durch ein Atrium belichtet und belüftet. Aus den Seminarräumen blickt man auf den neu angelegten, großen Teich, der den Übergang zum Naturraum bildet.

Das 3. Modul besteht aus drei Pavillons, die, auf sichtbaren Pfählen errichtet, naturschonendes Bauen ermöglichen. Die bestehende natürliche Umgebung bleibt weitgehend unberührt. Die versetzt angeordneten Kuben schließen den Campus nach Westen ab und erlauben gleichzeitig die Anbindung ans Biologiezentrum.

Das gesamte Projekt ist als Holzbau konzipiert. Im Parkhaus schlagen wir eine Holz-Beton-Verbundkonstruktion als Decke vor, gestützt durch Leimholz in Baubuche. Die Hauptträgerstruktur von Modul 1 aus fünf zweigeschossigen Fachwerkträgern ermöglicht eine stützenfreie Auskragung über den Platz. Diese bautechnische Herausforderung repräsentiert in hohem Maße die Material- und Konstruktionswissenschaft, den Kriterien einer Universität entsprechend.

Auslober: BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. Linz
Architektur: Dietrich | Untertrifaller mit Luger Maul
Wettbewerb: 2020, Anerkennung
Fläche: 3.569 m²
Kapazität: 3 Erweiterungsmodule mit Hörsälen und Seminarräumen, Parkhaus

Partner
Landschaft: Kieran Fraser, Wien / Visualisierung: Dietrich | Untertrifaller