Interimsstandort Württembergisches Staatstheater, Stuttgart (DE)

Das gemischt genutzte und experimentelle Stadtquartier “Maker City” soll ein Pilotprojekt für die Einheit von Kulturproduktion, Wohnen und Arbeiten werden. Das Areal wurde auch als Standort für die Interimsspielstätte der württembergischen Staatsoper in Stuttgart ausgewählt. Die Wagenhallen als weithin bekannte Location für junge Kunst- und Kulturschaffende bilden den perfekten Rah­men dafür. Nach der Sanierung der Oper in etwa 10 Jahren soll ein Großteil der Gebäude für verschiedene Nutzungen der „Maker City“ zur Verfügung stehen.
Wir möchten die Oper mit unse­rem Entwurf einem neuen, jungen und zukunftsgerichte­ten Publikum zugänglich machen und gleichzeitig den etablierten Besuchern einen spannenden, abwechslungsreichen Kon­text anbieten, bis die geliebte Spielstätte in der Innenstadt wieder zur Verfügung steht.
Der temporäre Bau wird mit größter Präzision und Aufenthaltsqualität errichtet. Möglich wird dies durch den Einsatz von tra­genden Holzkonstruktionen, die mit perfekter Werkstatt­genauigkeit gefertigt und vor Ort montiert werden. Holzoberflächen bleiben sichtbar und schaffen eine warme Atmosphäre.

Konzept
Unser Entwurf besteht aus drei Blöcken: das temporäre Opernhaus mit Foyer, Haupt- und Nebenbühnen und Zuschauerraum sowie die beiden dauerhaften Gebäude mit Orchestersaal und Werkstatt, deren obere Geschosse Wohnungen beherbergen. Der einladende Vorplatz verbindet die vielfältigen Strukturen, die Foyers leiten die Besuchenden in die Gebäudeteile und den Saal. Unser räumliches und funktionales Konzept zielt auf eine ein¬fache Orientierung für alle Nutzer:innen. Eine Magistrale erschließt die drei Baukörper und ermöglicht effiziente Wegebeziehungen. Die Funktionen werden bestmöglich sortiert: Oper und Chor nutzen das Mittelgeschoss, das Ballett das erste Obergeschoss und das Orchester das gut belichtete Untergeschoss mit Ausblicken nach draußen.
Oben auf findet urbanes Woh¬nen statt, das von klassischen Wohnformen hin zu Clustern programmiert werden kann, mit Wohnateliers und Werk¬stätten. Wir aktivieren gezielt die erdgeschossigen Bereiche, um die Kommuni¬kation zwischen Innen und Außen maximal zu stimulie¬ren und das Quartier zu beleben.

Auftraggeber: Landeshauptstadt Stuttgart
Standort: D-70178 Stuttgart Rosenstein
Architektur: Dietrich | Untertrifaller
Wettbewerb: 2023
Fläche: 46.475 m²
Programm: Zuschauersaal mit 1.200 Plätzen, Werkstätten, Büros, 99 Wohnungen

Partner
Statik Holz: merz kley partner, Dornbirn / Haustechnik: HL Technik engineering, München / Akustik: Müller BBM-BSO, München / Bühnentechnik: itv Ingenieurgesellschaft für Theater- und Veranstaltungstechnik, Berlin / Brandschutz: Kerksen+Kirchner, München /// Visualisierung: Dietrich | Untertrifaller