Badisches Staatstheater, Karlsruhe

Das Badische Staatstheater im Zentrum von Karlsruhe ist eines der erfolgreichsten Opern- und Theaterhäuser Deutschlands. Das „Große Haus“ und das „Kleine Haus“ sowie ein Studio sind in einem Gebäudekomplex aus dem Jahr 1975 beheimatet, der erweitert und generalsaniert werden soll. Geplant sind der Neubau eines Schauspielhauses mit integriertem Jungem Staatstheater sowie neue musikalische Probenräume und Werkstätten.
Der Entwurf umschließt das bestehende Gebäude auf drei Seiten wie eine zweite Hülle. Zum Eingang hin bleibt der ursprüngliche Baukörper erkennbar. Die Metallfassade aus mikroperforiertem Blech gibt dem verschachtelten Komplex eine neue architektonische Identität. Junges Theater, Studiobühne, der Orchesterprobesaal, diverse Probebühnen und auch die Montagehalle sollen im Stadtbild präsent sein und mit der Außenwelt kommunizieren. So öffnen sich das Junge Staatstheater und der Orchesterprobenraum zum Platz und machen die Theaterarbeit sichtbar.
Von diesem Grundgedanken ausgehend, strukturiert und optimiert das neue Raumkonzept die komplizierten Funktionswege des Hauses: Das gemeinsam genutzte Foyer schafft Synergien und bietet Platz für Kommunikation, Aufenthalt und Gastronomie. Die restrukturierten und erweiterten Werkstätten erhalten direkte Transportwege zu Aufführungsstätten, ausreichend Bereitstellungsflächen und Probebühnen.

Die Erweiterung finden in drei Abschnitten statt, damit das bestehende Kleine und Große Haus während der Bauarbeiten weiter genutzt werden können: In Phase eins entstehen die neuen Räume des Kleinen Hauses, des Jungen Staatstheaters, der Studiobühne und der Werkstattbühne. In Phase zwei folgen die Neubauten der Musikproberäume, der Kantine und der Verwaltung sowie Umbau und Sanierung der bestehenden Räume für Verwaltung, Werkstätten, Technik und Service. In Phase drei werden das Große Haus saniert, die Foyerflächen zum Vorplatz hin erweitert und das bestehenden Kleine Haus zur Probebühne umgebaut.

„Alle für den Betrieb geforderten Funktionen des Foyers sind in hervorragender Weise eingelöst. Die Öffnung des Jungen Staatstheaters und des Orchesterprobenraums zum Straßenraum macht die Theaterarbeit sichtbar,“ zeigte sich die Jury begeistert. „Die komplexen inneren funktionalen Verknüpfungen, Zusammenhänge und Bauabschnitte sind sehr gut gelöst. In der nachvollziehbaren Abwägung zwischen einer reinen neuen Theatertypologie und der Notwendigkeit des Um-und Weiterbauens hat dieser Entwurf mit die größten Potentiale einer Weiterentwicklung.“
Dietrich | Untertrifaller und die ARGE Delugan Meissl mit Wenzel + Wenzel haben ex aequo den ersten Preis gewonnen.

Auslober: Land Baden-Württemberg, Stadt Karlsruhe
Architektur: Dietrich | Untertrifaller
Wettbewerb: 2014, 1. Preis ex aequo
Fläche: 34.630 m²

Partner
Akustik: Müller BBM, Planegg / Bühne: itv Veranstaltungstechnik, Berlin / Landschaft: Balliana-Schubert, Zürich