„Village im Dritten“ – Eurogate, Wien (AT)

Urbaner Kontext

Village im Dritten ist ein neu entwickeltes Quartier zwischen Landstraßer Gürtel und Otto-Preminger-Straße im Nord-Osten, mit einem Park für alle in der Mitte. Zum Gürtel schirmt der Gürtelbogen, ein zweigeschossiger Geschäfts- und Gewerbebau, die dahinterliegenden Wohnbauten ab. Mit der Leitidee „Klimaresiliente Quartiersentwicklung“ liegt der  Schwerpunkt auf Parkanlagen, begrünten Fassaden, Dachgärten und versickerungsfähigen Pflasterbelägen, aber auch auf sozialer Nachhaltigkeit.

Das von Dietrich | Untertrifaller gemeinsam mit Artec bearbeitete Baufeld 7 liegt in der Mitte der Quartierstrasse, genau gegenüber der Durchfahrt zum Gürtel. Dieser prominenten Lage, die noch mit einem Hochpunkt betont wird, verdankt unser Projekt auch den Namen „Eurogate“. Die Wohnanlage bildet ein zum Park hin offenes U. Der zentrale Hof wird durch das mittig freie Erdgeschoss bis zur Quartierstraße erweitert. Dies ermöglicht Blickverbindungen zum Park und eine Art überdachten Vorplatz. Eine seitliche vertikale Zäsur an der Quartierstraße trennt die Anlage in zwei gleichwertige Volumen.

Helle Wohnungen mit großzügigen Balkonen

Vom begrünten Wohnhof gelangt man über eine großzügige Freitreppe mit Sitzstufen zum Park. Die Wohnungen im Erdgeschoss sind gegenüber dem Hofniveau angehoben und bieten so mehr Privatheit. Zusätzlich ermöglichen zweigeschossige Wohnungen auch eine gewerbliche Nutzung.
Die Höhenstaffelungen der Baukörper bieten Platz für einen Kinderspielplatz am Dach über dem 5. OG, ohne die Wohnungen zu beinträchtigen. Eine üppig begrünte Gemeinschaftsterrasse mit Pergolen und Sonnensegel über dem 3. OG setzt die Hofgestaltung auf höherem Niveau fort.
Ein umlaufendes Loggienband erweitert die Wohnungen und führt von allen Zimmern direkt auf die rhythmisch angeordneten tiefen Balkone. Das schafft gemeinsam mit einer durchgängigen Verglasung Aussicht, Licht und Offenheit in der dichten städtischen Bebauung. Geschossweise versetzte Tröge, die individuell bepflanzt werden können, begrünen die Fassade. Rund die Hälfte der insgesamt 131 Wohnungen werden als SMART-Wohnungen ausgewiesen und bieten ein vielfältiges und leistbares Angebot für Familien, Paare und Singles.

Der Innenhof als Übergangsraum zwischen öffentlich und privat

Der Innenhof verbindet Park, Gürtelbögen und halböffentliche Hauseingänge. Abwechslungsreich mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt und mit attraktiven Sitzgelegenheiten kommunikativ gestaltet, bietet er den Bewohnern einen geschützten und gleichzeitig offenen Bereich, wo sie sich treffen, kennenlernen und austauschen können.
Der sogenannte Kulturraum mit Gemeinschaftsküche und Ausstellungsfläche öffnet sich zum Park und kann von allen Bewohner*innen des Village im Dritten für private oder gemeinsame Feiern genutzt werden. Im Zentrum steht die Grätzelkultur, das kleinteilige Kulturschaffen der Bewohner*innen.

Ökonomische Konstruktion

Die Baukörper sind kompakt und energieeffizient konzipiert, mit einem optimalen Verhältnis der Nutzfläche zur Gebäudehülle. Geringe Spannweiten des Tragwerks, einheitliche Regelgeschosse und wirtschaftliche Wand- und Deckendimensionen sparen Kosten. Die Aussteifung über die Stiegenhäuser und Kerne sorgt für eine ökonomisch sinnvolle Symbiose aus Erschließung und Tragwerk. Mit serieller Bauweise und Vorfertigung gelingt es uns, die Kostenschere im Wohnbau weiter zu schließen.

Auftraggeber: Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaften Heimbau und Altmannsdorf-Hetzendorf
Standort: A-1030 Wien, Landstraßer Gürtel / BP7
Architektur: Dietrich | Untertrifaller, ARTEC
Projektleitung: Maria Megina, Benjamin Michels
Wettbewerb: 2021 / Fixstarter
Bauzeit: 2021-2024
Fläche: 13.640 m² BGF, Wohnnutzfläche (inkl. Loggien): 4.575 m² Dietrich | Untertrifaller, 4.380 m² ARTEC
Kapazität: 131 Wohnungen (davon 66 SMART-Wohnungen), Büros, Gewerbe

Partner
Landschaft: Atelier Auböck & Karasz, Wien / Soziale Nachhaltigkeit: realitylab, Wien /// Visualisierung: Zoom VP