Quartier Metzgergrün, Freiburg (DE)

Das Quartier Metzgergrün soll sich in den kommenden zehn Jahren deutlich verändern und zu einer zeitgemäßen Siedlung entwickeln, ohne seinen ursprünglichen Charakter zu verlieren. Anstelle der 27 in die Jahre gekommene Zeilengebäude aus den 1950er Jahren entsteht hier ein modernes Quartier mit ca. 500 neuen Wohnungen und großzügigen Grünflächen. „Diese städtebauliche Komposition aus Wohnhöfen, sozialräumlicher Mitte, hochwertigen und differenziert nutzbaren Freiräumen, neuen Vernetzungen und richtigen Wegeverbindungen hat das Potenzial zu einem modellhaften und zukunftsweisenden Quartier“, lobte die Jury den Entwurf.

 

Überschaubare Nachbarschaften

Der Entwurf organisiert die Wohnungen in sechs Blöcken, die überschaubare Nachbarschaften schaffen. Jeder Block kombiniert drei- bis vierstöckige Zeilenbauten und Punkthäuser rund um einen begrünten Innenhof. Entlang der Straße und Bahnlinie schirmt ein Gebäudewinkel, dessen Wohnungen für den Schallschutz optimiert sind, die Siedlung ab.

Auftraggeber: Freiburger Stadtbau GmbH
Standort: D-79114 Freiburg-Stühlinger, Im Metzgergrün, Bissierstraße
Architektur: Dietrich | Untertrifaller mit Ramboll Studio Dreiseitl
Wettbewerb: 2017
Bauzeit: ab 2019
Fläche: 38.000 m²
Kapazität: ca. 500 Wohnungen

Partner
Landschaft: Ramboll Studio Dreiseitl, Überlingen / Visualisierung: Expressiv, Wien

Individuelle Fassaden

Die Zeilenbauten bestehen aus aneinandergereihten Einzelhäusern. Um die Identifikation der Bewohner mit ihrem Haus zu erhöhen, werden die Fassaden jedes dieser Häuser individuell aus unterschiedlichen Materialien wie Putz, Klinker, Holz etc. gestaltet. Die Punkthäuser werden aus Holz errichtet, die Zeilenbauten in Massivbauweise.

Soziale Durchmischung und viel Grün

Geförderte, frei finanzierte und Eigentumswohnungen werden gleichmäßig auf alle Blöcke verteilt und sorgen für eine intensive soziale Durchmischung. In der Mitte des Quartiers liegt ein öffentlicher Platz mit Kindergarten und Geschäften. Ein Sportplatz am südlichen Rand verzahnt das neue Viertel mit der Nachbarschaft und ist Begegnungsort für alle Bewohner.

 

Das Metzgergrün besticht bereits heute durch seinen hohen Grünanteil. Eingespannt zwischen zwei Kleingartenanlagen im Nordosten und Westen kommt dem Quartier auch in Zukunft eine wichtige Rolle als ökologischer Korridor zu. Daher soll die Runze durch die Umlegung ihres Bachbetts im Quartier erlebbar gemacht werden. Entlang des neuen Bachlaufs entstehen vereinzelt Aufweitungen, die zu Feuchtbiotopen entwickelt werden können. Bei starken Regenfällen können diese neuen, terrassenartig in das Gelände integrierten Habitate zur Regenwasserrückhaltung genutzt werden. Das Quartier erhält auf diese Weise eine grüne Mitte mit Sitzgelegenheiten unter Bäumen zum ungezwungen Ausruhen, Begegnen und Treffen.

Hoher Grünanteil, Regenwassermanagement & Parken am Rand

Jeder Gebäudeblock besitzt im Kern einen halböffentlichen, grünen Hof, gegliedert in Terrassen, Mietergärten und Gemeinschaftsflächen. So entstehen unter den Bewohnern enge nachbarschaftliche Beziehungen und ein Gemeinschaftsgefühl. Alle Straßen sind „Spielstraßen“, die Verkehrsteilnehmer teilen sich den Straßenraum als „shared space“. Erweiterungen bieten Platz für Straßenfeste und Wochenmärkte und schaffen so soziale Begegnungsorte im Quartier.
Das Regenwassermanagement ist oberflächig integriert und ein sichtbarer Teil der multifunktionalen Flächennutzung. Auch in den Innenhöfen wird das Regenwasser der angrenzenden Gebäude gesammelt und entweder versickert, und/oder gedrosselt abgeleitet. Der Straßenraum wird über eine offene Rinne entwässert. Der Bolzplatz wird abgesenkt und im Starkregenfall zur Wasserrückhaltung genutzt: Diese nachhaltige Strategie wird dadurch sichtbar und erlebbar.
Das nachhaltige Verkehrskonzept hält den Innenbereich der Siedlung weitgehend autofrei – geparkt wird in drei Sammelgaragen am Rand des Quartiers. Eigentumswohnungen liegen nur in den Blöcken mit darunterliegenden Tiefgaragen. Um den Durchgangsverkehr zu minimieren, sind alle Tiefgaragen von den Haupterschließungsstraßen des Quartiers aus direkt zugänglich. Die Haupterschließungsstraßen erhalten Gehsteige, Fahrradwege und Parkstreifen am Straßenrand, um sie als solche zu kennzeichnen.