Quartier Kleineschholz, Freiburg (DE)

Unser Konzept integriert verschiedenste Wohnformen und Gebäudetypen, mit Schwerpunkt auf kostengünstigem Wohnbau. Die typologische Vielfalt seiner Baustruktur und die gemischte Trägerschaft aus Mietwohnungen, Eigentumsanlagen und Baugruppen sorgt für die wünschenswerte soziale Vielfalt. Hier wohnen Familien und Singles, Kinder, Junge und Alte, Einheimische und Zugezogene. Hier arbeiten urbane Handwerker, Selbständige und Dienstleister. Gemeinsam bilden sie eine stabile, selbstregulierende Sozialstruktur aus vielfältigen Verantwortlichkeiten, Lebenszyklen und Ortsbezügen.

 

Urbaner Kontext

Der Westrand des Stühlinger Viertels in Freiburg ist vor allem durch große Verwaltungsgebäude geprägt, die tagsüber gut frequentiert werden, abends und am Wochenende jedoch für leere Straßen sorgen. Durch die städtebauliche Neuordnung entstehen hier dichte Wohnquartiere, die eine vielfältige, lebendige Nutzung zulassen, das Viertel beleben und für soziale Sicherheit sorgen.
Dem großzügigen öffentlichen Park im Zentrum des Areals kommt aus ökologischer, funktionaler und sozialer Sicht eine wichtige Rolle in der Freiburger Stadtentwicklung zu. Während er die durchgehende Grünstruktur und Promenade zwischen Hauptfriedhof und südlichem Eschholzpark zusammenschließt, schafft er gleichzeitig Querbezüge innerhalb der unterschiedlichen Nutzungen des Umfelds. Die Solitäre von Arbeitsagentur und RiS geben einen städtischen Maßstab und fungieren als räumliche Eckpunkte.

Auftraggeber: Stadt Freiburg im Breisgau
Städtebau & Landschaft: Dietrich | Untertrifaller mit Ramboll Studio Dreiseitl
Projektleitung: Günther Prechter
Wettbewerb: 2019
Bebauungsplanung: 2019-21
Bauzeit: ab 2022
Fläche Wohnen: ca. 90.000 m²
Kapazität: Wohnquartier West 569 Wohnungen, Wohnquartier Ost 194 Wohnungen, Personalwohnanlage Nord 563 Wohnungen, 4 Kitas, Gewerbe und Dienstleistung, Gastronomie

Partner
Verkehrsplanung: Stete Planung, Darmstadt / Visualisierung: © Dietrich | Untertrifaller

Städtebauliches Konzept

Der Park steht im Zentrum der stadträumlichen Neuordnung des Kleineschholz-Areals. Nördlich, östlich und südlich bilden bauliche Großformen seine Begrenzungen: Die bestehende Agentur für Arbeit und das stufenweise im Bau befindliche RiS werden maßstäblich ergänzt durch den kompakten Gebäudeblock Kleineschholz Südost (194 Wohnungen). Die Lehener Straße verbindet als „urbane Brücke das dicht bebaute Stühlinger Viertel mit dem neuen Wohnquartier Kleineschholz Südwest (569 Wohnungen). Die straßenbegleitende neue Personalwohnanlage Kleineschholz Nord (563 Wohnungen) wertet sie zur belebten innerstädtischen Haupterschließungsstraße auf.

 

Beide Wohnquartiere, im Südwesten und im Südosten des Areals, integrieren verschiedenste Nutzungs- und Wohnformen, Gebäudetypen und bauliche Dichten. Die höheren Räume im Erdgeschoss ermöglichen flexible Nutzungen. So können neben Wohnen im Hochparterre auch Kleingewerbe, Dienstleister, Läden und gastronomische Angebote als wichtiger „urbaner Attraktor“ in den Straßenraum hineinwirken. Alle Hauseingänge orientieren sich zu den angrenzenden Straßen und schaffen hohe Fußgängerfrequenz im öffentlichen Raum.

 

Der Autoverkehr wird in einer Quartiersstraße geführt. Die Sundgauallee, ehemals innerstädtische Schnellstraße, nutzen in Zukunft nur noch Radfahrer, Inlineskater und Fußgänger als Parkdiagonale. Der Großteil der insgesamt 500 Stellplätze des „Quartiers West“ ist in einem Parkhaus im Süden und einer unterirdischen Sammelgarage im Norden untergebracht. Beide werden von außerhalb des Quartiers erschlossen.

Wohnquartier West – Stadt der Gärten und der Gärtner

Das „Wohnquartier West“ erhält den Charakter einer Garten- und Gärtnerstadt. 5-8-geschossige Punkthäuser, Zeilen und Townhouses (gestapelte Maisonette-Wohnungen) formen eine Kette grüner Wohnhöfe. Als halböffentliche Räume gliedern sie das Quartier in soziale Nachbarschaften für jeweils 300 Menschen. Zunehmend kleinkörnige Bebauung mit Stadtvillen und Punkthäusern Richtung Osten eröffnet auch den Wohnungen in zweiter und dritter Reihe weiträumige Ausblicke ins Grüne. Ein urban gestalteter Platz mit Nahversorgern bildet das soziale Zentrum des „Wohnquartiers West“. Auf der anschließenden Gemeinschaftswiese ist ausreichend Platz für Kinderspiel und Quartiersfeste. Gewächshäuser auf den Dächern bieten den Hausgemeinschaften kommunikative Treffpunkte und individuelle Erholungsräume. Weitere Gartenflächen entstehen am westlichen Siedlungsrand und auf dem Dach des Parkhauses.

 

Wohnquartier Ost – Typologische Durchmischung

Aus verwandten baulichen Typen setzt sich der Block im Südosten des Areals zusammen. Um an der Kreuzung zweier Hauptverkehrsstraßen Präsenz zu zeigen, sind die Gebäude des „Wohnquartiers Ost“ um zwei Geschosse höher. Zwei Innenhöfe, ein grüner und ein urbaner, schaffen halböffentliche Räume für die Bewohner. Auf der „Piazza“ mit Restaurants und Cafés mischen sich in den Pausen Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Quartiersbewohner, Krankenhauspersonal und Schüler.

 

Wohnquartier Nord – Personalwohnanlage

Die Personalwohnanlage für das Universitätsklinikum bildet einen weitgehend geschlossenen Rücken entlang der Lehener Straße. Intelligente Schallschutzkonzepte erlauben, die Südlage entlang der Straße für hochwertige Wohnungen zu nutzen. Die U-förmig ineinandergesteckten Laubenganghäuser mit den vielen Kleinwohnungen bieten mit ihrer balkonartigen Erschließung und den geschützten, ruhigen Innenhöfen ungezwungene Gelegenheiten für nachbarschaftliche Kontakte.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

Die Auswahl aller Baumaterialien orientiert sich an ökologischen und damit wirtschaftlichen Kriterien. Ein hoher Holzbau-Anteil sorgt für eine positive CO2-Bilanz. Bewertungsmaßstäbe sind graue Energie, lokale Herkunft, Verfügbarkeit, Haltbarkeit und Schadstofffreiheit während der Lebensdauer und bei der Entsorgung. Ziel ist die Optimierung des Bauwerks über den gesamten Lebenszyklus. Bepflanzung und Wasserflächen verbessern gemeinsam mit den begrünten Dächern, Fassaden und Parkflächen das Mikroklima