Omicron Campus, Klaus (AT)

Der Anspruch des weltweit tätigen Elektronikunternehmens Omicron an uns war hoch: Die Erweiterung des Firmensitzes in Klaus um 350 Arbeitsplätze sollte den Mitarbeitern ein Arbeitsumfeld auf höchstem Niveau bieten, das die Kreativität beflügelt, die Kommunikation und den Austausch untereinander fördert und eine Wohlfühlatmosphäre schafft.

Der Neubau ergänzt den Bestand zum „Omicron Campus“. Sechs sehr unterschiedliche Höfe zonieren und belichten nun das neue, dreigeschossige Karree. Im Erdgeschoss schließen sich Foyers, Besprechungs-, Lager- und Laborräume an die grünen Atrien an. Die Büroräume in den beiden Obergeschossen können dank einfach demontierbarer Zwischenwände flexibel an die Teamgrößen angepasst werden und profitieren vom Blick nach draußen. Jedes Büro hat einen direkten Ausgang zu den umlaufenden Balkonen. Im neuen Gebäude sind nun umfangreichere und genauere Tests und Produktvorführungen unter Hochspannung möglich. Die neuen Lagerräume tragen dazu bei, die Versand- und Servicezeiten kurz zu halten.

In einer nächsten Ausbauphase sollen Alt- und Neubau mit einer dreigeschossigen bepflanzten Kommunikations- und Empfangshalle verbunden werden.

Auftraggeber: Omicron electronics GmbH
Standort: A-6833 Klaus, Oberes Ried 1
Architektur: Dietrich | Untertrifaller
Projektleitung: Peter Nußbaumer, Roman Österle
Bauzeit: 2012-2015
Fläche: 12.770 m²
Kapazität: 200 Arbeitsplätze

Auszeichnungen: 2016 Staatspreis Architektur (Nominierung), 2015 ZV-Bauherrenpreis

Planung
Statik: gbd, Dornbirn / Statik Holz: Marz Kley Partner, Dornbirn / Haustechnik: e-plus, Egg / Bauphysik: Team GMI, Schaan / Akustik: Müller BBM, Planegg / Licht: Bartenbach, Aldrans / Elektro: Hecht, Rankweil / Hotspot ‚Crossing border‘: A. Heringer, Laufen; M. Rauch, Schlins / Hotspot ‚Body‘: Eichinger Offices, Wien / Tageslicht Hotspots: Border Architecture, Amsterdam / Photovoltaik: Sunovation, Elsenfeld

Ausführung
Baumeister: ARGE Hintereger Bau + Zimmermann Bau, Bregenz / Holzbau: Sohm Holzbautechnik, Alberschwende / Fassade, Sonnenschutz, Fenster: Manahl Heinrich, Bludenz-Bings / Türen Holz: Lenz-Nenning, Dornbirn / Türen Metall, Glas: Tortec, Wolfsegg; Schlosserei Klocker, Dornbirn / Holzskulptur Body: Zimmerei Berchtold, Schwarzenberg / Elektro: Aschaber, Kitzbühel / Heizung-Lüftung-Klima-Sanitär: Stolz, Feldkirch und Amann, Götzis / Möbel: Neudörfler, Dornbirn; Reiter, Rankweil

Fotos: © Bruno Klomfar

Organisation im Campus-Layout

E0
Schnitt

Hotspots mit begehbaren Raumskulpturen

Die Knotenpunkte des Gebäudes, die zweigeschossigen „Hotspots“, wurden mit begeh- und erlebbaren Raumskulpturen als Begegnungszonen gestaltet. Sie laden zum Kommunizieren ein oder bieten Rückzugsmöglichkeiten und sorgen für ein Gleichgewicht von Arbeiten in geordneten Räumen und Denken in freier Umgebung. Gregor Eichingers raumgreifende begehbare Skulptur “Body” wurde technisch anspruchsvoll mittels 3D-Fräsung aus Brettsperrholzplatten organisch geformt.

Der zweigeschossige Monolith von Anna Heringer und Martin Rauch wurde Schicht für Schicht in Lehmbautechnik von Hand geformt.
Einen leichten Kontrapunkt bildet der "Zeppelin", dessen seidige Hülle abends zum Leuchtkörper wird.
Die innen mit Metall verkleideten Oberlichten, die weiches Tageslicht und bei Dunkelheit LED-Licht in die Räume fluten lassen, haben wir gemeinsam mit dem niederländischen Architekten Henri Borduin entwickelt.

Design spiegelt Firmenphilosophie wider

Raumhoch verglaste Außen- und Zwischenwände sorgen zusammen mit einem ausgeklügelten Beschattungssystem für bestmögliche Tageslichtverhältnisse. Der sägeraue Eichenboden in Kombination mit Wand- und Möbeloberflächen aus Weißtanne, einer weißen Metall-Kühldecke und den Vorhängen erzeugt eine klimatisch und sensuell angenehme Atmosphäre.
Das naturnahe Grünraumkonzept erstreckt sich von den auch öffentlich zugänglichen, naturnah bepflanzten Höfen bis auf die Dachflächen, wo mit Pergolen und Sitznischen weiterer wertvoller Aufenthaltsraum im Freien mit Blick über das Rheintal entstanden ist.

Der flachen Unternehmenshierarchie tragen die – vom Reinigungspersonal bis zur Chefetage – gleichen Bürozellen Rechnung, die sich im Achsraster von 2,75 Metern flexibel den jeweiligen Teamgrößen anpassen lassen.

Aus jedem Raum gibt es einen direkten Ausgang auf die umlaufende Balkonzone oder die Terrasse im Luftgeschoss.

 

Die Photovoltaik-Fassade des Lagergebäudes signalisiert an der Straßenseite Firmeninhalt und -philosophie: Energie, Innovation, Nachhaltigkeit. Hocheffiziente Solarzellen sind in eine blaue Glasfassade eingebettet. Die LED Glaselemente in den Firmenfarben beleuchten die Fassade in der Nacht.

Hybride Konstruktion

Der neue Trakt ist ein Stahlbetonskelettbau mit vorgefertigter Holzelementfassade. Straßenseitig wirkt der mit einer Photovoltaik-Fassade ausgestattete Lager- und Labortrakt als Schallpuffer. Für die Statik stellten – neben der Gründung – die 8,25 x 9,50 m großen und 36 cm starken Flachdecken in Ortbeton, die von Stahlbeton-Rundstützen getragen werden, eine ziemliche Herausforderung dar.

Verantwortungsbewusste Unternehmenskultur

Die Unternehmenskultur von Omicron ist geprägt durch flache Hierarchien und offene, transparente Kommunikation. Diese Philosophie prägt auch das Gebäude. Die Basis für die Projektentwicklung war eine starke Vision, die in einem offenen Prozess mit vielen iterativen Schritten, durch Inputs aller Planer eine konkrete Form erhielt. Es wurde ganz klar auf die Kraft der integrativen Planung, auf die Kraft des Teams vertraut, und nicht auf das Genie des Einzelnen.

 

Der Omicron Campus setzt auch ein klares Zeichen für einen bewussten Umgang mit Energie und Rohstoffen. Natürliche, regionale Materialien wie Lehm und Weißtanne prägen die Innenräume, verglaste Außen- und Zwischenwände sorgen für ausreichend Tageslicht. Dach und die Innenhöfe wurden abwechslungsreich begrünt. Wärmepumpen und eine in die Fassade integrierte Photovoltaikanlage sorgen für eine ressourcenschonende Energieversorgung.