Laxenburger Straße, Wien (AT)

Das Grundstück liegt südlich des Hauptbahnhofs im Entwicklungsgebiet des ÖBB Areals. Es ist ausgezeichnet an das bestehende öffentliche und individuelle Verkehrsnetz angebunden. Großzügige öffentliche Plätze werten den Standort auf. Auf dem Gelände ist eine Bauhöhe von bis zu 35 Metern entlang der Hauptstraße zulässig, so dass das Projekt mit der Vertikalität spielen kann. Die zweistöckige Sockelzone wird straßenseitig weitestgehend gewerblich genutzt und erzeugt so einen belebten Straßenraum. Neben kleineren Geschäfts- und Büroeinheiten ist auch ein größerer Nahversorger ins Konzept eingebunden. Entsprechend der Durchwegung, die einen halböffentlichen Innenhof schafft, teilen wir den südlichen Block und stellen die Gösserhalle frei.

Auftraggeber: S + B Plan & Bau GmbH
Standort: A-1100 Wien, Laxenburgerstraße
Architektur: Dietrich | Untertrifaller
Projektleitung: Clemens Holzhuber
Bauzeit: 2019-2022
Fläche: 44.000 m² BGF / 27.000 m² NF
Kapazität: 308 geförderte und frei finanzierte Wohnungen, Büros, Geschäfte, Gastronomie, 276 Tiefgaragenplätze; Gösserhalle: Freilegung und Umnutzung (Büros), Erhalt des ursprünglichen Ausdrucks

Partner
Statik: KS Ingenieure ZT GmbH, Wien / Haustechnik: TGA Engineering, Wien / Bauphysik: Dr. Pfeiler, Wien / Brandschutz: Kunz, Wien / Visualisierung: Expressiv, Wien

Block-Riegel-Organisation auf gläsernem Sockel

Auf dem überwiegend ›gläsernen‹ Sockel zeichnen sich zwei unterschiedliche architektonische Themen ab. Während der Riegel durch eine bandartige Fassadenstruktur (horizontale Betonfertigteile) gegliedert ist, weist der Block eine Lochfassade (Putz) auf.

Die denkmalgeschützte Gösserhalle (Baujahr 1902) ist Teil des Ensembles und soll teilweise als Kultur- und Eventlocation genutzt werden.

Soziale Durchmischung und kulturelles Angebot

Von Seiten der Stadt ist eine Durchmischung von je 50 % leistbarem und freifinanziertem Wohnen erwünscht. Die Wohnungen sind zweiseitig orientiert, optimal belichtet und bieten Ausblicke auf die Stadt oder den Innenhof. Die Fassaden schließen zur Straße hin ab und öffnen sich mit Balkonen zu den ruhigeren Bereichen. Straßenseitig erheben sich die meisten Wohnungen sieben Meter über dem Straßenniveau, die hofseitigen Duplexwohnungen verfügen über einen eigenen Garten.

 

Die Gösserhalle behält ihren ursprünglichen Ausdruck, aufgrund der geänderten Funktion wird jedoch das Innenleben erneuert.

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Städtebauliches Leitbild Neues Landgut Favoriten

Das Projekt ist Teil des städtebaulichen Leitbildes “Neues Landgut Favoriten”, das auf dem zentrumsnahen Areal ein gemischtes Wohngebiet mit Bildungscampus vorsieht. Die Verbindung zum Hauptbahnhof und zum Quartier Columbusplatz sowie ein großzügiger Grünraum und ein urbanes Entrée schaffen ein neues Quartierszentrum. Die Gösserhalle und weitere historische Hallen stiften Identität und beleben als Katalysatoren das Quartier.

 

Ein zentraler öffentlicher Park und begrünte Innenhöfe tragen wesentlich zur Aufwertung des Viertels bei. Die soziale Durchmischung wird gefördert und ermöglicht vielfältiges Wohnen und aktive Nachbarschaft, unterstützt durch ein professionelles Quartiersmanagement. In den Erdgeschosszonen rund um den Quartiersplatz finden neben Geschäften und Gastronomie auch soziale Einrichtungen Platz. Arbeitsgruppen unter den BewohnerInnen können gemeinsam mit dem Quartiersmanagement die nicht-kommerziellen Bereiche im Erdgeschoss und die Innenhöfe mitgestalten.

Smart City Aspekte

Ressourcenschonende Mobilität und der Ausbau der „Stadt der kurzen Wege“ stehen im Vordergrund. Dazu gehören Car-Sharing Angebote, ausreichend Fahrradabstellplätze und ein attraktives Wegenetz für Fußgänger und Radfahrer ebenso wie Nahversorgung und Freizeitangebote in der unmittelbaren Umgebung.

 

Effiziente Energienutzung und Versorgung durch erneuerbare Energieträger sind weitere Grundlagen des klima- und ressourcenschonenden Bauens. Ausgedehnte Grünflächen, helle Materialien und Beschattungen reduzieren die Erhitzung schaffen ein angenehmes Wohnklima.