In der Wiesen Süd, Wien (AT)

Auf dem Grundstück “In der Wiesen Süd” in Liesing bauten wir gemeinsam mit ARTEC eine attraktive Wohnanlage mit 310 Wohnungen, fünf Ateliers und einer Wohngemeinschaft für Jugendliche.

Den nördlichen Bereich haben wir mit drei Bauten gestaltet, die einen zentralen, ruhigen Platz für die Bewohner bilden. Die Abknickungen der beiden Solitäre öffnen das Areal nach Süden und unterstützen die Durchlässigkeit. Ein umlaufendes Loggienband und die vollflächige Verglasung bringen Licht und Offenheit in die Wohnungen und bieten den Bewohnern weite Ausblicke auf den Park und die Stadt. Ein besonderes Highlight ist das lichtdurchflutete Atrium, das für einen geförderten Wohnbau bemerkenswert großzügig dimensioniert ist.

Nicht zuletzt wegen seiner sozialen Nachhaltigkeit haben wir mit diesem Projekt den öffentlichen Bauträgerwettbewerb gewonnen. Die vielfältigen Funktionen und Nutzungen dieses Projekts schaffen eine lebendige Atmosphäre in diesem neuen Stadtteil. 2019 wurde “In der Wiesen Süd” mit dem Wiener Wohnbau_Preis ausgezeichnet.

Auftraggeber: Heimbau Gemeinnützige Bau-, Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft
Standort: A-1230 Wien, Carlbergergasse
Architektur: Dietrich | Untertrifaller mit ARTEC Architekten
Projektleitung: Maria Megina, Sinisia Macedonic
Wettbewerb: 2013
Bauzeit: 2015-2017
Fläche: 23.000 m²
Ökologie 23 kWh/m²a
Kapazität: 310 Wohnungen, (Dietrich | Untertrifaller: 156, ARTEC: 154), Ateliers, betreute Wohngemeinschaft für Jugendliche

Auszeichnung: Wiener Wohnbaupreis 2019

Planung
Statik Beton: Straka und Partner, Wien / Haustechnik, Elektro: Mischek, Wien / Bauphysik: Kern+Ingenieure, Wien / Landschaft: Atelier Auböck und Karasz, Wien ///

Ausführung
Bauleitung: Strabag, Wien / Gebäudetechnik: Stadtbaumeister Böhm, Wien / Metall-Glas-Fassade: ATP Metallbau, Purgstall / Glasbau (Oberlicht): Eberspächer Tageslichttechnik, Au am Leithaberge / Metallbau: Wurzer, Klagenfurt / Fenster und Türen: Felbermayer, Unterwaltersdorf

Fotos
© Lukas Schaller, © Bruno Klomfar

Lichtdurchflutetes Atrium

Im Kern der beiden Solitäre sorgt ein – bis ins Erdgeschoß – lichtdurchflutetes, glasgedecktes Atrium mit vielfältigen Sichtverbindungen für eine attraktive und kommunikative Erschließung der einzelnen Stockwerke.

Kompakte Wohnungen mit großzügigen Balkonen

Die kompakten Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen sind durchschnittlich 46 bis 130 m² groß und verfügen über großzügige private Freiflächen wie Loggien, Balkone und Dachgärten. Sie sind ost- bzw. westorientiert und an den Stirnseiten als Übereck-Wohnungen konzipiert – reine Nordwohnungen konnten somit vermieden werden.
Die Bandbreite der angebotenen Typen deckt die gesamte Palette ab, von effizient organisierten Wohnungen für AlleinerzieherInnen und Paare (B-Typen) über Wohnungen für Jungfamilien (C-Typen) bis hin zu Großfamilien (D-Typen).
Von den insgesamt 310 wurden 105 Wohneinheiten als flächenoptimierte SMART-Wohnungen mit geringer Mietbelastung für die Bewohner konzipiert. Gleichmäßig in alle Gebäude eingestreut, bieten sie die gleichen Qualitäten wie alle Wohnungen: Wohnküchen und private Außenräume der tieferen SMART-B und SMART-C Typen der Solitäre sind ebenso groß wie in den sonstigen B- und C-Typen.
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Schnitt

Individuelle Gestaltung

Die umlaufenden Loggien mit daraus vorragenden Balkonen und die vollflächige Verglasung bringen Tageslicht bis in die Küchen- und Eingangsbereiche und erweitern die Wohnungen sowohl optisch als auch funktional. Bewusst haben wir die Loggien und Balkone mit einem durchlässigen Flachstahlgeländer versehen, damit die Bewohner selbst die Transparenz nach außen bestimmen können: ob durch komplette Offenheit, Bepflanzung oder vielfältigen Sichtschutz. Damit haben wir einen Raum zum Aneignen geschaffen, der gern in Anspruch genommen wird.

Soziale Nachhaltigkeit

Die hochwertigen, attraktiven Flächen für gewerbliche und soziale Gemeinschaftseinrichtungen im Erdgeschoss haben sich rasch zu einer gern frequentierten Mitte und einem beliebten Treffpunkt im gesamten Areal entwickelt:

Die Werkstatt für Bastelarbeiten und für die Fahrradreparatur

Das Kochstudio als erweiterte Küche wird für private Familienfeiern genauso gern genutzt wie für Nachbarschaftsfeste und bildet durch seine vielseitige Nutzung und zentrale Lage das Herz des Quartiers.

Das Homeoffice dient den BewohnerInnen als temporärer Arbeitsplatz oder Jugendlichen und StudentInnen zum konzentrierten Lernen.

Die Krabbelstube orientiert sich zur Siedlungsmitte und gilt als Treffpunkt für Eltern mit Kindern unter drei Jahren.

Der Kinderspielraum neben dem Spielplatz sorgt bei den jungen Bewohnern auch bei schlechtem Wetter für ausrechend Bewegung mit Freunden. Eltern und ihre Kinder können sich hier spontan zum Spielen treffen und kennenlernen.

Grüne Inseln & Dachgärten

Befestigte Flächen, in erster Linie entlang der darüber auskragenden Gebäude, erlauben es, das Areal vielfältig zu durchqueren. Die Erschließungshallen der Wohnungszugänge liegen an der zentralen Durchwegung, ebenso die Gemeinschaftsräume. Frei geformte grüne Inseln, teilweise mit großen Bäumen bepflanzt und ausgestattet mit gut einsehbaren großzügigen Kinderspielplätzen, liegen dazwischen. Öffentliche Nutzungen wie Kochstudio und Indoor-Spielplatz orientieren sich zu diesem Park. Möblierte Gemeinschaftsterrassen mit Weitblick über Wien und individuell anmietbare Nutzgärten auf den Dachflächen kompensieren das Fehlen von Privatgärten auf Hofniveau. Die Pflanzbeete am Dach schaffen zusätzlich Möglichkeiten, sich im Haus kennenzulernen.

Ökologie

Klima- und ressourcenschonendes Bauen:

Die Baukörper sind als kompakte Niedrigenergiehäuser konzipiert, das Verhältnis der Nutzfläche zur Gebäudehülle somit bewusst optimiert

Auf allen Dachflächen wurden Solarkollektoren angebracht

Betonoberflächen dienen in den Wohneinheiten als Speichermasse; hochwertiger außenliegender Sonnenschutz verhindert sommerliche Überhitzung

Begrünte Dachflächen für die Privatgärten der Bewohner speichern Regenwasser und verbessern die kleinklimatischen Bedingungen.

Gesundes und umweltbewusstes Wohnen:

Umlaufende Vollverglasung aller Wohnungen und Gemeinschaftsräume erweitert die Räume optisch und bringt viel Licht tief bis in die Eingangsbereiche.

Durchgehende Loggienzonen mit daraus vorragenden Balkonen laden die Bewohner zum selbständigen Begrünen der Fassaden ihrer Häuser ein.

Nicht unterbaute Flächen in der Garagenebene lassen Bereiche für große Baumpflanzungen zwischen den Baukörpern frei.