Cartoucherie Wood’art Eco District, Toulouse (FR)

Auf einem ehemaligen Industrieareal am linken Garonne-Ufer entsteht bis 2020 das gemischte Eco-Quartier „Cartoucherie Wood’art“ mit insgesamt 3.100 Wohnungen, 6.000 m² Geschäftsflächen und öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Sport- und Freizeitanlagen. Wir planten einen Komplex aus einem neunstöckigen Hotelhochhaus und zwei Wohnanlagen – ein preisgekröntes Projekt im Rahmen des nationalen Wettbewerbs von Adiv’bois in Frankreich. Die Gebäude werden zu 75 % als Holzbau ausgeführt – ein Thema, das in Frankreich immer mehr an Bedeutung gewinnt.

 

Zweigeteilter Masterplan

Der Masterplan teilt das 13.000 m² große Areal in zwei Teile: Der zehnstöckige Hotelturm akzentuiert den belebten Platz im Osten, die zweizeiligen Wohnbauten liegen an der ruhigeren Westseite. Verbunden sind alle Gebäude durch einen gemeinsamen, begrünten Sockel, der Geschäfte und öffentliche Einrichtungen beherbergt.

Auftraggeber: Icade, Patrimoine, Eklo, Gotham, Oppidéa
Standort: F-31000 Toulouse
Architektur: Dietrich | Untertrifaller mit Seuil Architecture
Projektleitung: Iana Vicq
Wettbewerb: 2017
Bauzeit: 2017-2020
Fläche: 13.000 m²
Kapazität: 3.100 Wohnungen, 6.000 m² Geschäftsflächen, Hotel

Partner
Statik: Terrell, Toulouse / Holzbau: Maitre Cube, Paris / Haustechnik: Soconer, Toulouse / Akustik: Gamba, Labège / Kosten: Sept, Muret Haute-Garonne / Landschaft: Idtec, Seysses / Visualisierung: Expressiv, Wien

Hotel in Holzmodulbauweise

Das Hotel wird aus dreidimensionalen, vorgefertigten Holzmodulen errichtet, bei den Wohnbauten bestehen Böden und Wände aus vorgefertigten Holzelementen. Diese Konstruktion wirkt sich nicht nur sehr positiv auf die Energiekennzahlen und das Raumklima aus, sondern auch auf die Bauzeit und damit auf die Kosten. Auch optisch und haptisch sorgt Holz in der Hotelhalle, an den Fassaden, Decken und Balkonen für ein angenehmes Ambiente und hohen Wohnkomfort.

 

Fassaden mit Terrakotta-Platten

Entlang der Wege und Passagen des Turms und vor den Loggien der Wohnungen ist die Fassade in Anlehnung an die lokale Bautradition mit Terrakotta-Platten verkleidet. Dank seines urbanen, architektonischen und ökologischen Ansatzes erfüllt dieses herausragende Projekt die Ansprüche aller Nutzer.

Unbehandeltes Holz in den Wohnungen

In den Wohnungen bieten unbehandelte Holzoberflächen ein natürliches, gesundes Lebensumfeld für alle Sinne. Sehen, berühren, riechen – Holz weckt Emotionen und erzeugt Wohlbefinden. Eine Fußbodenheizung, die mit dem Wärmenetz des Eco-Quartiers verbunden ist, verbreitet milde Strahlungswärme und erhöht diese Wirkung noch. Trennwände aus CLT (Brettsperrholz) ermöglichen eine modulare Bauweise und bei Bedarf eine flexible Anpassung der Wohnungsgrundrisse.

Moderne Holzbautechnik

Isometrie des Gesamtprojektes
Modulbauweise: zweidimensional bei den Wohnbauten, dreidimensional beim Hotel
Die Module werden im Werk vorproduziert und montagefertig auf die Baustelle geliefert.

Die Baukörper bestehen, abgesehen vom Erschließungskern aus Beton, vollständig aus Holz, mit tragenden Wänden und Böden in CLT und nichttragenden Fassaden aus Holzrahmenwänden.

Die Holzkonstruktion wird im Werk vorgefertigt, mit dreidimensionalen Modulen für das Hotel und zweidimensionalen Modulen (Böden und Wände) für die Wohnräume.

Die Vorfertigung der einzelnen Module bedeutet kurze Montagezeiten auf der Baustelle, weniger Lärm- und Staub-Belastung für die Anrainer und enorme ökologische Vorteile. Holz speichert Kohlendioxid, ist regional verfügbar und nachwachsend und spart dank seiner hervorragenden wärmedämmenden Eigenschaften Energie.

Das Wohnquartier Cartoucherie zeigt, dass Holz nicht nur wegen seiner ökologisch-nachhaltigen Qualitäten als CO2-neutraler Baustoff und seiner positiven Auswirkungen auf die Wohnqualität ein hervorragendes Baumaterial ist, sondern auch hinsichtlich Bauökonomie und konstruktiver Eigenschaften im großvolumigen, urbanen Bauen seine Berechtigung hat.

Schnitt
E1
Modell