Alpenresort “Rote Wand”, Lech-Zug (AT)

Etwas abseits des Haupttouristenstroms liegt Zug, einst ein kleiner Weiler mit Kirche, Schulhaus und ein paar Bauernhäusern. Im Gegensatz zu den meisten anderen hochalpinen Tourismusdestinationen konnte sich der Ort mit knapp 100 Einwohnern sein dörfliches Ambiente bewahren, da auch in den Jahrzehnten der Entwicklung vom Bauerndorf zum Ferienort die Bauten der Alten den Maßstab für das Neue vorgegeben haben. Das Alpenresort „Rote Wand“ geht auf ein Gasthaus neben der Kirche zurück, das sich zu einem Hotel-Komplex mit heute fünf Häusern entwickelt hat. Seit 2007 betreuen wir die regelmäßigen Modernisierungs- und Erweiterungsschübe, die in ein langfristiges Entwicklungskonzept eingebettet sind, das auf hochwertige Architektur und lokales Handwerk setzt.

 

Hotelkomplex “Rote Wand”

Die drei Haupthäuser sind durch einen gemeinsamen Sockel verbunden, in dem u.a. Hallenbad und Wellnessbereich untergebracht sind. Auch die Dependance (2009) und das Apartmenthaus (1999) sind unterirdisch mit dem Haupthaus verbunden. Die Dependance ersetzt eine abgerissene Pension und wir nutzten diese Gelegenheit auch zu einer “Umfirstung”. Die talwärts gerichteten Quergiebelbauten aus den 1970er Jahren oberhalb der Kirche wurden durch traufseitig zum Hang stehende Längsgiebelbauten ersetzt. Durch seine Dominanz im Ort leistet der Hotelkomplex „Rote Wand“ einen wesentlichen Beitrag zum typischen Ortsbild und formuliert zum verbreiteten “Alpinen Einheitsstil” eine prägnante Alternative.

Auftraggeber: Rote Wand Hotelbetriebs GmbH, Josef Walch
Standort: A-6764 Lech, Zug 5
Architektur: Dietrich | Untertrifaller
Projektleitung: Susanne Gaudl, Helmut Brunner
Bauzeit: 2007-2018
Fläche: Hotelresort 5.000 m², Altes Schualhus 110 m², Mitarbeiterhaus 760 m²
Kapazität: Hotel 58 Zimmer und Suiten, Altes Schualhus 36 Sitzplätze, Mitarbeiterhaus 29 möblierte Einzelapartments

Partner
Hotel
Statik: Mader & Flatz, Bregenz / Haustechnik: Stefan Ammann, Bregenz / Elektro: Ingenieurbüro Brugger, Thüringen / Bauphysik: Bernhard Weithas, Lauterach /// Fotos: © James H Schriebl, © Adolf Bereuter
Altes Schualhus
Statik Beton: Mader & Flatz, Bregenz / Statik Holz: Merz Kley Partner, Dornbirn / Haustechnik: Klimaplan, Hohenems / Elektro: Brugger, Thüringen /// Fotos: © Dietrich | Untertrifaller
Mitarbeiterhaus
Holzbau: oa.sys baut, Alberschwende / Bauphysik: DI Bernhard Weithas, Lauterach / Haustechnik: Klimaplan, Hohenems / Elektro: Sorgo, Au / Heizung, Sanitär: Bömag Installationen, Schruns /// Fotos: © oa.sys. (Marcel Mayer), © Dietrich | Untertrifaller

Lage
E0
E1
Verbunden durch den Roten Gang bilden die insgesamt sechs Häuser das in vielerlei Hinsicht überraschende 4 Sterne Resort.

Geradliniges, hochwertiges Design im Wellness-Bereich

 

Das bestehende Hallenbad im Untergeschoß wurde 2009 zu einem attraktiven Wellness- und Beautybereich erweitert. Ein neues ganzjährig benutzbares Außenschwimmbecken mit umgebendem Liegebereich sowie das neugestaltete und vergrößerte Restaurant im Erdgeschoß werteten das Resort weiter auf.

Für die unterirdischen Bereiche lag eine zentrale Herausforderung darin, Tageslichtöffnungen zu schaffen. Ein eingeschnittener Hof, zwischen Außenbecken und Haus A gelegen, bringt Tageslicht in die Ruhebereiche und dient gleichzeitig als Außenraum der angrenzenden Saunazone. Zusätzlich ermöglichte der Umbau ein großflächiges Oberlicht, die nun die Liegezone des Hallenbads als Glasdach überdeckt.

Geschmackvolles Design im Restaurant und Bar

Ungezwungener Luxus in den Zimmern

Familien-Lodge
Galerie-Zimmer
Junior-Suite

Altes Schualhus

Die vorerst letzte Etappe markiert die Eingliederung des ehemaligen fast 250 Jahre alten Dorfschulhauses in die Hotelanlage. Das Haus stand lange leer, bevor das gastronomische Konzept von Joschi Walch, Besitzer des Hotels „Rote Wand“, die Gemeinde überzeugte. Nach nur vier Monaten Bauzeit eröffnete das „Alte Schualhus“ im Juli 2015.

Die gastronomische Nutzung – eine Jausenstube im Erdgeschoss und ein Gourmetrestaurant mit Chef’s Table im Obergeschoss – erforderte zahlreiche Um- und Einbauten. Um das Gebäude an das unterirdische Wegenetz und damit an die Sanitärräume des Haupthauses anzuschließen, wurde es nachträglich unterkellert. Die baulichen Lasten werden im Bereich der Bestandswände über eine tragende Innenschale abgeleitet. Die beiden neu errichteten hölzernen Außenwände nehmen die notwendigen haustechnischen Installationen auf.

Die historische Konstruktion wurde von späteren Ergänzungen befreit, der ursprüngliche Strickbau ist nun wieder sichtbar. Baufällige Konstruktionen wie der Dachstuhl mussten ausgetauscht werden. Neue Konstruktionen wie Kastenfenster, Innentäfelung und Holzschindeldach wurden nach historischen Vorbildern handwerklich aus Altholz erzeugt. Die neue, zeitgemäße Funktion gibt dem „Alten Schualhus“ das für das Überleben historischer Häuser wichtigste Kapital zurück: eine vitale Alltagsnutzung für die nächste Generation.

Schankraum
Jausenstüberl
Chef's Table

Mitarbeiterhaus

Dem Hotel „Rote Wand“ ist es wichtig, dass nicht nur seine Gäste angenehm wohnen, sondern auch seine Mitarbeiter. Das 2016 fertiggestellte Mitarbeiterhaus bietet 29 kleine, möblierte Einzelapartments mit eigenem Bad, die über einen platzsparenden Laubengang erschlossen werden. Großflächige Verglasungen sorgen für Helligkeit und Transparenz und vermitteln trotz kompakter Aufteilung ein großzügiges Wohngefühl.

Der zweigeschossige Holzbau ruht auf einem massiven, abgesenkten Sockelgeschoss. Fassade, Fenster und Eingangstüren bestehen aus naturbelassenem Lärchenholz. Das Dach ist mit beschieferten Bitumenbahnen gedeckt. Der langgestreckte schindelverkleidete Baukörper mit Satteldach orientiert sich am Baustil der Hotelanlage und am Ortsbild – gleichsam ein Symbol für die Verbundenheit der Mitarbeiter mit der „Roten Wand“ und Lech-Zug.