Stadthalle F, Wien (AT)

Die neue multifunktionale Halle F für 2.000 Besucher bildet eine kongeniale Ergänzung zur imposanten Wiener Stadthalle, die Roland Rainer 1958 entworfen hatte. Nach gewonnenem Wettbewerb an einer städtebaulichen Schlüsselstelle errichtet, markiert das Bauwerk angemessen die Eckposition, überlässt jedoch dem Rainer-Bau die Hauptrolle.
Das neue Volumen, dessen seitliche Fassaden transparent und zur Stadt hin offen sind, definiert mit seinen zwölf Metern Auskragung einen überdachten Eingangsvorplatz, der direkt in die Empfangshalle leitet. Der keilförmig nach hinten abgesenkte Raum passt sich an die Tribünen des darüber liegenden großen Saals an und zieht die Besucher förmlich in die Halle hinein. Zwei breite, symmetrisch angeordnete Treppen führen zu den Pausenfoyers, deren ansteigender Boden mit den Sitzreihen im Saal korrespondiert. Der langgestreckte Große Saal ist innen ganz in hellem Rot gehalten und kontrastiert mit der hellen Außenhülle aus glatten Alumiuniumtafeln. Die Boden- und Deckenbeläge im Inneren sind aus Robinienholz.
Auf die verschiedenen Veranstaltungsarten abgestimmt, ist die Akustik mit Beschallungsanlagen auf kurze Nachhallzeiten ausgelegt. In den rückseitigen Gebäudeecken befindet sich je ein Saal für Proben oder Bankette, beispielsweise bei Kongressen, der von den Pausenfoyers direkt zugänglich ist. Darüber liegt ein Geschoss mit Büros für Verwaltung und Produktion.

Auftraggeber: Stadthalle Wien
Standort: A-1150 Wien, Vogelweidplatz 14
Architektur: Dietrich | Untertrifaller
Projektleitung: Michael Porath, Peter Nussbaumer
Wettbewerb: 2002
Bauzeit: 2003-2006
Fläche: 13.660 m²
Kapazität: 2.000 Plätze

Auszeichnungen
2007 Otto Wagner Städtebaupreis, 2006 Bauherrenpreis Österreich

Partner
Projektmanagement, Haustechnik, Bauphysik: Vasko+Partner, Wien / Statik Beton: Kollitsch Stanek, Wien / Statik Stahlbau: Zemler Raunicher, Wien / Elektro: Fleck, Wien / Bühnentechnik: Kottke, Bayreuth / Akustik: Müller BBM, Planegg /// Fotos: © Bruno Klomfar