Stadtbibliothek, Dornbirn (AT)

Die Bibliothek der Stadt Dornbirn ist als Ort des Austauschs, der Begegnung und des generationenübergreifenden Lernens konzipiert. Sie soll das Lesen und die Sprachkompetenz, das Erkunden von digitalen Suchmethoden und die neuen Formen der Kommunikation fördern.

Das Gemeinschaftsprojekt der Architekturbüros Dietrich | Untertrifaller und Christian Schmoelz konnte sich gegen 18 Mitbewerber durchsetzen und hat Anfang 2016 den internationalen Architekturwettbewerb gewonnen. „Die neue Bücherei ist ein Meilenstein für die Dornbirner Kultur und Bildung“, freut sich Bürgermeisterin Andrea Kaufmann.

Urbaner Kontext

Der ovale Pavillon ist als eigenständige Form in den Park gesetzt und steht in starkem Kontrast zu den rechtwinkligen Bauten der Umgebung. An den bestehenden „Trampelpfad“ zwischen Schulgasse und Jahngasse erinnernd, durchquert der Zugangsweg das Gebäude, das dadurch zum öffentlichen Raum wird.

Auftraggeber: Stadt Dornbirn
Standort: A-6850 Dornbirn, Schulgasse 44
Architektur: Dietrich | Untertrifaller mit Christian Schmoelz
Projektleitung: Peter Nussbaumer, Christopher Braun
Wettbewerb: 2015
Bauzeit: 2018-2019
Fläche: 1.610 m²
Kapazität: Bibliothek für bis zu 100.000 Bücher, Mediathek, Spielothek, Makerspace, Veranstaltungssaal, Café

Planung
Statik: gbd, Dornbirn / Haustechnik: Messner, Dornbirn / Bauphysik: Weithas, Hard / Elektro: Hecht, Rankweil / Bodenmechanik: 3P Geotechnik, Bregenz / Landschaft: Balliana Schubert, Zürich

Ausführung
Baumeister: Wilhelm + Mayer Bau, Götzis und Rümmele Bau, Dornbirn / Fassade: Möding Keramikfassaden, Marklhofen (DE) und Spiegel Fassadenbau, Koblach / Holz-Alu-Fenster und Portale: Böhler Fenster, Wolfurt

Fotos: © Albrecht I. Schnabel

Schlüssige Organisation auf drei Ebenen

Ergeschoss
Obergeschoss
Untergeschoss

Eine Fassade aus 8.000 stilisierten Keramikbüchern

Ein Gitter aus 8.000 vorgefertigten Keramik-Elementen ist im Abstand von 70 cm vor die Glasfassade montiert. Vertikal und schräg angeordnet, erinnern die Ornamente an Bücher in Regalen. In der Nacht erzeugt das durch diese Art Sonnenschutz gefilterte Licht das Bild eines zum Park und zur Stadt hin offenen Raumes.
Hinter dieser fixen Beschattung, die auch Energiekosten spart, liegt innen ein Kranz aus fächerartig angebrachten, raumhohen Holz-Aluminium-Fenstern mit Dreifach-Verglasung und zusätzlichen Lüftungsflügeln in Arbeitsräumen.

Ein öffentliches Wohnzimmer für neugierige Menschen

Neue Medien, die zunehmende Digitalisierung unseres Alltags sowie die damit verbundene Veränderung unserer gesamten Lese- und Kommunikationskultur haben dazu geführt, dass eine Bibliothek heute eine Art öffentliches Wohnzimmer ist, in dem neugierige Menschen mit ähnlichen Zielen zusammenkommen und sich mal zurückgezogen in die Materie vertiefen, mal miteinander ins Gespräch kommen können.

Der Zugangsweg führt direkt zum zweigeschossigen, durch ein zentrales Oberlicht von Tageslicht durchfluteten Atrium mit der zentralen Ausleihe. Der Freihandbereich ist auf den beiden Ebenen in freier Aufstellung rund um das Atrium organisiert. Über eine einläufige Treppe gelangt man ins Untergeschoß, in dem sich unter anderem die Mediathek, die Spielothek sowie ein offener Makerspace befinden.

Insgesamt 1.200 Quadratmetern, verteilt auf drei Etagen, bieten ausreichend Platz für bis zu 100.000 Bücher und Zeitschriften, gemütliche Ecken zum Lesen, Musik hören und Spiele ausprobieren sowie Büros und Meetingräume. Die große, flexibel nutzbare Aula dient je nach Bedarf als Lesebereich oder Veranstaltungssaal für Lesungen, Buchpräsentationen und Filmvorführungen. Praktisches Detail: In der Treppenbrüstung im Erdgeschoß verbirgt sich eine Leinwand, die entsprechende Projektionstechnik ist gegenüber am anderen Ende der Aula untergebracht. Bei Bedarf kann das zentrale Oberlichtfenster verschattet werden.

Medienkompetenz für Kinder

Die Stadtbibliothek schafft Platz für neue Medien, neue und zusätzliche Bildungsangebote und zahlreiche Veranstaltungen, die vor allem Kindern mehr Medienkompetenz vermitteln sollen. Für die unterschiedlichen Altersgruppen gibt es eigene Bereiche, aber auch Rückzugsmöglichkeiten, beispielsweise das Lesezimmer, in dem auch gemütlich geschmökert werden darf. In der Gaming-Zone können Kinder und Jugendliche ihre Freunde treffen und die neuesten elektronischen Spiele ausprobieren.

Die Jugendbibliothek BI:JU ist als lebendiger Treffpunkt konzipiert und bietet jungen Menschen ein breites Angebot zu den Themen Medien, Safer Internet und Auslandsaufenthalte. Sie können lernen, gemeinsam an Projekten arbeiten, Veranstaltungen besuchen oder selbst welche organisieren. Sie erhalten Unterstützung bei der Suche nach Informationen und bei Fragen zu Smartphone oder Tablet.