Silvrettahaus Bielerhöhe, Gaschurn (AT)

Die Silvretta-Alpenstraße kulminiert auf der Bielerhöhe, wo eine Schwergewichtsmauer der Vorarlberger Illwerke einen Speichersee aufstaut. Dieser gewaltige Eingriff und die eindrückliche Hochgebirgslandschaft locken zahlreiche Touristen an, für die ein Selbstbedienungsrestaurant auf Seehöhe gebaut wurde. Etwas abgesetzt, auf einer südexponierten Geländeschulter, erhebt sich auf 2040 Meter Seehöhe ein Bauwerk, das einen Hotelkomplex aus den 1950-er Jahren ersetzt. Es dient als Restaurant und 28-Bettenhotel sowie als Stützpunkt der Straßenräumung, aber auch als klassisches Passhospiz, wo Reisende nach Wetterstürzen und bei Lawinengefahr Obdach und Schutz finden.
Der lange Baukörper schwingt, den Höhenlinien folgend, nach hinten weg, sodass sich die Hotelzimmer zum Alpenpanorama auffächern. Im Norden schirmt eine Stahlbetonmauer das Bauwerk ab. Sie bietet in der langgezogenen Zwischenzone zum Hoteltrakt Raum für eine Kaskadentreppe und die galerieartigen Zimmererschließungen. Nach Osten stößt die Betonmauer über das Bauvolumen hinaus und verschneidet sich mit einer Schar gebäudehoher Sonnenkollektoren. Der Haupteingang bezieht sich auf die Achse der Staumauerkrone.
Restaurant, Küche und ein Seminarraum füllen das Parterre. Darüber liegen zwei Hotelgeschosse. Über einem kräftigen Natursteinsockel erhebt sich die glatte, weiße Hausmauer. Ein hölzernes Pultdach schließt den klassisch-dreiteiligen Aufbau oben ab. Die Rückseite aus Sichtbeton mit stählerner Fluchttreppe hat eine Backstage-Anmutung. Mit der sorgfältigen und wehrhaften Arbeit setzen die Entwerfer ihr eigenständiges Bauen im Alpenraum fort.

Auftraggeber: Vorarlberger Illwerke AG
Standort: A-6793 Gaschurn-Partenen
Architektur: Much Untertrifaller, Much Untertrifaller sen., Gerhard Hörburger
Wettbewerb: 1990
Bauzeit: 1991-1992
Kapazität: 28 Betten

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Fotos: © Bruno Klomfar, © Adolf Bereuter