Musik- & Kongresszentrum, Straßburg (FR)

Dietrich | Untertrifaller Architekten hat im Juni 2011 den von der Stadt Straßburg ausgelobten internationalen Wettbewerb gemeinsam mit dem französischen Büro Rey-Lucquet & Associés nach einem einstimmigen Juryentscheid gewonnen. Der Entwurf verbindet den Bestand aus den 1970er und 1980er Jahren mit den Neubauten zu einem harmonischen Ensemble mit einer unverwechselbaren architektonischen Identität. Die Erweiterung und Generalsanierung umfasst den Neubau einer 3.000 m² großen Multifunktionshalle, eines Konferenzsaales für 450 Personen und eines Auditoriums mit 520 Plätzen, die Vergrößerung und den Umbau zweier bestehender Konzertsäle sowie einen neuen Probesaal für das Orchester der Philharmonie Strasbourg. Im Dezember 2016 wurde das Projekt für den Mies van der Rohe Award 2017 nominiert.
Die Architekten entschieden sich, das bestehende Motiv gleichseitiger Dreiecke weiterzuentwickeln und zu ergänzen. Gleichzeitig schufen sie mit den Neubauten und den Edelstahlarkaden eine völlig neue Silhouette. Schwerpunkt des Konzepts ist ein zentrales Foyer mit Lufträumen, Galerien und Brücken, das die drei unterschiedlichen Bereiche Konzert, Konferenz und Ausstellung erschließt und zusammenfasst. Dieses klare, übersichtliche Raumprogramm vereinfacht und strukturiert die Funktionsabläufe und ermöglicht den Besuchern eine bessere Orientierung.
Auch an der Fassade ist die architektonische Idee ablesbar: Eine umlaufende Arkade von fast einem Kilometer Länge umhüllt und eint den gesamten Gebäudekomplex und verleiht ihm ein markantes Profil. Die fünfzehn Meter hohen und sechs Tonnen schweren Stahlsäulen mit einer Verkleidung aus kantig gefalteten Edelstahlblechen bilden durch Drehungen und den Rhythmus ihrer Anordnung eine attraktive, dynamische Außenhülle. Mit einer Bruttogeschossfläche von 44.500 m² ist das Kongresszentrum ein wesentlicher Bestandteil des Stadtentwicklungsprojektes Wacken-Europe. Der nächst dem Europaparlament gelegene Stadtteil im Norden der Innenstadt erhält damit ein neues architektonisches Wahrzeichen und positioniert sich als attraktives internationales Geschäfts- und Dienstleistungsviertel.

Auftraggeber: Eurométropole de Strasbourg
Standort: F-67000 Straßburg, Place Bordeaux
Architektur: Dietrich | Untertrifaller mit Rey-Lucquet et associés
Projektleitung: Heiner Walker, Elke Delvoye (D|U) & Aurélien Vollmar (R-L)
Wettbewerb: 2011
Bauzeit: 2013-2016
Fläche: 44.500 m² (32.5′ Sanierung, 12′ Neubau)
Kapazität: ca. 15.000 BesucherInnen

Auszeichnungen
2017 Mies van der Rohe Award (Nominierung)

Partner
Statik & Haustechnik: OTE Ingénierie, Illkirch; Serue Ingénierie, Schiltigheim / Nachhaltigkeit & Bauphysik: Solares Bauen, Straßburg / Kosten: C2BI, Straßburg / Akustik: Müller-BBM, München / Bühnentechnik: W. Kottke, Bayreuth / Fassade: CEEF, Ramonchamp / Landschaft: Digitale Paysage, Imbsheim / Küche: Ecotral, Straßburg /// Fotos: © Bruno Klomfar