Haus H, Prag (CZ)

In einem unscheinbaren Wohngebiet in Tschechien entstand aus dem gestalterischen Spiel von Wand und Öffnung der Wohnraum für eine Familie. Das Haus schiebt sich als überbreiter, eingeschossiger Baukörper gezielt aus dem leicht abfallenden Gelände. Die Fassade ist mit breiten Lärchenholzlatten verkleidet, in denen sich die Einschnitte der Zimmerterrassen und der Wohnraumverglasung abzeichnen. Das hell verputzte, massive Sockelgeschoss ist auf eine Haushälfte zurückgenommen und verstärkt den schwebenden Charakter der darüber liegenden Holzkonstruktion. Zugang und Stiegenhaus durchqueren den Baukörper und verbinden auch den Vorplatz samt Carport mit dem geschützten gartenseitigen Pool-Bereich. Gästezimmer und Wirtschaftsraum im Sockel werden dadurch vollwertig belichtet.
Wohn- und Schlafbereich liegen auf einem Niveau. An ein weitläufiges System von Blickachsen und Wegen sind abgeschlossene Rückzugsräume und offene Bereiche angehängt. An der straßenseitigen Wand sind alle Nebenräume aufgereiht. Durch schmale Fensterbänder belichtet, bleiben sie vor Einblicken von außen geschützt. Der Eingang und eine große Fensteröffnung setzen in dieser Reihe Akzente. Der Innenraum ist in weißem Leichtbau auf einheitlichem Eichenparkett gehalten. Zwischen der festen Rückwand des Stiegenhauses mit dem Eingang und einem zimmergroßen Terrasseneinschnitt breitet sich eine Wohnlandschaft mit Kamin und Esstisch aus. Die Küche ist in eine breite Nische gerückt, ein kleiner Salon am Stirnende bietet eine Rückzugsmöglichkeit. Jenseits des Eingangs sind drei Schlafräume und zwei Bäder angeordnet. Von der schmalen Terrasse vor den Zimmern führt eine Brücke über das Stiegenhaus zurück in den Wohnbereich. Auf diese Weise verbinden sich die Wege im und um das Haus.

Auftraggeber: Familie H
Standort: CZ-12000 Prag
Architektur: Dietrich | Untertrifaller
Projektleitung: Ralph Broger, Josef Smola
Bauzeit: 2005
Fläche: 325 m²

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Fotos: © Bruno Klomfar