Festspielhaus I, Bregenz (AT)

Den Wettbewerb von 1992 gewannen die Architekten mit einem Projekt, das äußerst diszipliniert organisierte und zurückhaltende Elemente enthält, das aber mit dem spektakulär wirkenden, hoch aufgestelzten Trägerbauwerk dem bisher eher biederen Bestand Identität zu geben versprach. Heute sind die großflächig verglasten, signalhaften Gebäudestirnen sowohl vom See, als auch vom Park her gut sichtbar. Von der Seite wirkt das hohe Stahlfachwerk signifikant. In dem dominierenden Bauteil befinden sich auf zwei Geschoßen die Büros für Verwaltung und Produktion sowie im Kopf zum See ein Café. Die Holzkonstruktion mit seewassergekühlten Wänden ist in einen Stahlfachwerkkastenträger von zweimal 50 Meter Spannweite eingeschoben. Stadtseitig, wo der Lift von unten her in das Raumprisma hochsteigt, bietet das prominent situierte Entreé einen Ausblick auf den Bregenzer Hausberg.

Als zweiter Hauptbaukörper der stark gegliederten Anlage tritt der mächtige Quader im Westen in Erscheinung. Er enthält die sogenannte Werkstattbühne, die auch einen der größten unspezifisch konzipierten Räume für darstellende Kunst anbietet. Das anspruchsvolle Dachtragwerk weist einen eingehängten, von Traggliedern ungestörten Schnürboden auf, unter dem eine fahrbare Z-Brücke für Beleuchtung und Hebezug jeden Punkt im Raum zu bedienen vermag. Zum See hin schließt ein kleinerer Veranstaltungssaal an: das Seestudio. Werkstattbühne und Seestudio fügen sich trotz ihrer Ausmaße dank dunkel lasierter Platten und verwitternder Lärchenlattung fast unauffällig in ihre Umgebung ein. Die Foyererweiterung mit komplett offener Glasfront erlaubt einen wunderbaren Ausblick auf den See.

Auftraggeber: Stadt Bregenz, Land Vorarlberg, Republik Österreich
Standort: A-6900 Bregenz, Symphonikerplatz 1
Architektur: Dietrich | Untertrifaller
Projektleitung: Susanne Gaudl
Wettbewerb: 1992 (baukünstlerischer Wettbewerb)
Bauzeit: 1995-1997
Fläche: 7.270 m²

Auszeichnungen
1998 Vorarlberger Holzbaupreis und Bauherrenpreis, 2007 International Architecture Award

Partner
Statik: Ziesel, Wien; Plankel, Bregenz /// Fotos: © Bruno Klomfar