DC Tower 3, Wien (AT)

Der DC Tower 3 auf der Donauplatte im Norden Wiens vervollständigt das Ensemble mit den beiden von Dominique Perrault entworfenen Bürotürmen DC 1 und DC 2 und bietet 832 Studenten-Apartments. Auf mehreren Ebenen wird das 100 Meter hohe Gebäude mit öffentlichen Plätzen und Wegen fußläufig an das bestehende Quartier der Donaucity und an das Verkehrsnetz angebunden und bildet den Abschluss der seit Mitte der 90er-Jahre unvollständigen Carl-Auböck-Promenade. Die Ausstülpungen der dreidimensional verformten und mit Aluminium verkleideten Fassadenelemente finden im Inneren ihre Entsprechung in gemütlichen Alkoven, die aus den Zimmern den Blick zur Donau und über die Stadt rahmen.

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Urbaner Kontext

Das schmale Grundstück – kaum mehr als eine Verkehrsinsel, umspült von Wagramerstraße, Autobahnauffahrt und U-Bahnlinie – stellte uns bei der Planung vor große Herausforderungen. Doch die attraktive Lage an der Donau mit Blickachse zum Stephansdom und die prominente Nachbarschaft mit UNO-City, den Perrault-Türmen DC 1 und DC 2 sowie dem Hochhaus von Harry Seidler waren es wert, dieses Wagnis einzugehen.

Für eine sinnvolle Erschließung des Projektes, haben wir die Donauplatte im Bereich der Carl-Auböck-Promenade bis zur Wagramerstraße erweitert. Um den Höhenunterschied von ca. sechs Metern zu überwinden, wurde die U-Bahnlinie 1 mit einer Brücke überbaut. Diese mündet ebenerdig auf die Plaza des Erdgeschosses und bietet im Bereich der Radbrücke mit Sitzstufen einen attraktiven öffentlichen Platz mit Blick auf die Donau und die Stadt.

Auftraggeber: S+B Plan & Bau GmbH
Standort: A-1220 Wien, Donau-City-Straße 3
Architektur: Dietrich | Untertrifaller
Projektleitung: Vinzenz Dreher
Bauzeit: 2018-2022
Fläche: 24.000 m²
Kapazität: 832 Studentenwohnungen, Fitness- und Eventbereich, Dachterrasse

Planung
Statik: KS Ingenieure, Wien / Haustechnik: die Haustechniker, Jennersdorf / Heizung, Fassade: Dr. Pfeiler, Graz / Brandschutz: Kunz, Mödling / Strömungsberechnung: Weatherpark, Wien / Bodenmechanik: 3P Geotechnik, Wien / Verkehr: Rosinak & Partner, Wien / Landschaft: Kieran Fraser, Wien / Visualisierung: Expressiv, Wien

Ausführung
Tiefbau: i+R Spezialtiefbau, Lauterach / Hochbau: Granit, Graz / Fassade: Alu Sommer, Stoob / HLS: ESW, Wien / Elektrotechnik: Keider, Mistelbach / Fertigteilbäder: Varis, Lendava / Fertigteilschächte: Instabloc, Haus im Ennstal / Löschanlagen: FES, Antau / Förderanlagen: Kone, Wien / Schließanlage: Häfele, Wien; Dormakaba, Wien; EVVA, Wien / Metallbau: Rudolf, Leobendorf / Trockenbau: Böhm, Wien / Innentüren: r&r, Perchtoldsdorf / Brandschutztüren: Ei2 Protector, Ottnang am Hausruck / Malerarbeiten: Polleres, Wien / Fliesen: Rott, Wien / Boden: BTS Trendfloor, Villach; Eurofloor, Wien / Beschilderung: Dunkler, Wien

Fotos: © EMILBLAU / Martin Geyer, © Dietrich | Untertrifaller, © Kurt Hoerbst

Video: Bernhard Rennhofer – DC Tower 3 wächst in die Höhe!
https://youtu.be/QjBVkucxlHo

E0
Schnitt
Gut erreichbar für Fußgänger ...
... für Radfahrer ...
... und mit dem öffentlichen Verkehr

Schwieriger Baugrund

Nicht nur die beengte Raumsituation, auch schwierige Bodenverhältnisse und ein straffer Zeitplan verschärften die Rahmenbedingungen für den Grundbau des DC Tower 3. Bodenbeschaffenheit, Bebauungsdichte und der damit fehlende Platz am Baufeld erforderten spezielle maschinelle Lösungen. Für die Pilotierung wurden daher zwei Großdrehbohrgeräte parallel eingesetzt. „Die Kombination dieser beiden hochspezialisierten Baumaschinen ermöglicht eine absolut erschütterungsfreie Pilotierung in vorgegebener Zeit. Damit lassen sich 535 Piloten in vier Monaten betonieren“, erklärt Andreas Hugelshofer von i+R Spezialtiefbau. Die fast einen Meter dicken Piloten wurden bis zu 35 Meter tief mit einer SOB-Schnecke ins Erdreich gebohrt.

Innovatives Design

 

Die Stahlbeton-Skelettkonstruktion mit Flachdecken wurde über den Kern in Längsrichtung bzw. über Wände in Querrichtung ausgesteift. Die Fensteralkoven wurden als Module vorgefertigt und vor Ort montiert. Aluminiumlamellen gliedern in den Sockelgeschossen die Fassade, ab dem Erdgeschoss ist der Turm mit Aluminiumplatten verkleidet.

 

Im Sockel liegen attraktive Veranstaltungs- und Fitnessbereiche sowie großzügige Aufenthalts- und Lernzonen. Ein Café mit großer Terrasse bereichert den öffentlichen Raum ebenso wie attraktive konsumfreie Aufenthaltszonen. Eine windgeschützte und teilweise gedeckte Dachterrasse sowie ein begrüntes Atrium mit angeschlossenen Veranstaltungsräumen in der Sockelzone fördern die soziale Interaktion unter den BewohnerInnen.

 

Die 832 Apartments erstrecken sich vom ersten bis zum 32. Obergeschoss und sind mit einer Sanitäreinheit, einem Arbeitsplatz und einer kleinen Kochnische ausgestattet. Die dreieckigen Ausstülpungen der Metallfassade wandeln sich im Inneren zu Alkoven aus Holz, die als beheizte Sitzfenster zum Relaxen einladen und weite Ausblicke über die Stadt bieten.

Café mit großer Terrasse
Attraktive Lernzonen ...
... und Fitnessräume
Unverkleidete Decken ermöglichen großzügige Raumhöhen.
Transparente Erschließungen mit Aus- und Durchblicken ...
... sind kommunikativ und erleichtern die Orientierung.

Dreidimensionale Fassade aus vorgefertigen Fensteralkoven

Ab dem Erdgeschoss ist der Turm mit schimmernden Aluminiumplatten verkleidet.
Die Ausstülpungen der Metallfassade wandeln sich im Inneren zu Alkoven aus Holz.
Die Fensteralkoven wurden als Module vorgefertigt und vor Ort montiert.
Gemeinschaftsräume im obersten Stockwerk ...
... mit Ausgang auf die Dachterrasse ...
... und atembeeraubendem Ausblick