Angelika Kauffmann Museum, Schwarzenberg (AT)

Am ansteigenden Hang westlich des Dorfkerns befinden sich zwei kleine Museen in einem historischen und sorgfältig gepflegten Wälderhaus. Der ehemalige Wohnteil dient als Heimatmuseum und weist den typischen, laubenartigen Vorraum auf, den die Bregenzerwälder ‘Schopf’ nennen. Dieser ist mit von der Decke herunterklappbaren Läden oder Fenstern gegen Wind und Wetter abschließbar. Das neue Angelika Kauffmann Museum füllt den früheren Wirtschaftstrakt und wird über dessen Tenne betreten.
Eine breite Schiebewand lässt sich beiseiteschieben, und das Haus ist geöffnet. Das bis unters Dach hinaufreichende Foyer liegt hinter einer breiten Glaswand, als ob das Tor zur Tenne offenstehen würde. Dagegen sind die Türen massiv in Holz gehalten und geschlossen. Das helle Weißtannenholzes von Wänden und Möbeln kontrastiert mit der altersdunklen Blockwand des Wohnteils, die unverkleidet blieb.
Der Boden aus sägerauen Tannenbrettern zieht sich in den Ausstellungssaal hinein. Dessen Seitenwände sind in drei flache Nischen gegliedert, unterteilt von schmalen, verglasten Zwischenräumen, in denen die Stahlprofilböcke zu sehen sind, die die Dachlasten der alten Holzbinder abfangen. Die Porträts der großartigen, aus Schwarzenberg stammenden Künstlerin Angelika Kauffmann (1741-1807) kommen, mild beleuchtet, vor den weißen Hängeflächen bestens zur Geltung.

 

Auftraggeber: Gemeinde Schwarzenberg
Standort: A-6867 Schwarzenberg, Brand 34
Architektur: Dietrich | Untertrifaller
Projektleitung: Raphael Grups, Herbert Greber, Peter Nussbaumer
Bauzeit: 2006-2007
Fläche: 315 m²

Auszeichnungen
2010 International Architectural Restauration Prize (Silver-Medal)

Partner
Bauleitung: Baukultur, Schwarzenberg / Statik: Merz Kaufmann Partner, Dornbirn / Haustechnik: Klimaplan, Hohenems / Elektro: Lingg, Schoppernau / Bauphysik: Weithas, Hard / Akustik: Brüstle, Dornbirn / Holzbau: Berchthold, Schwarzenberg /// Fotos: © Bruno Klomfar