Waldorfschule, Wien

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Die neue Rudolf Steiner Schule in Mauer soll sich stark auf den umliegenden Ort beziehen und mit der gegenüberliegenden, weiter bestehenden Schule geistig und körperlich verbunden sein. Das neue Gebäude nimmt die Formen- und Materialsprache der umliegenden Häuser auf und wird zwar einen zeitgemäßen Eindruck hinterlassen, sich dabei aber wie selbstverständlich in den Ort einfügen. Das straßenseitige Dach wächst aus dem First des Nachbarhauses, und entwickelt eine eigene Form eines Satteldaches. Wir verwenden straßenseitig keine Flachdächer und überdimensionierte Gaupen, da das neue Gebäude zum Stadtraum hin volumenoptimiert und formverträglich sein soll.

Die neue Schule ist eine Investition in die Zukunft. Dem wird nach außen hin mit einer zukunftsfähigen und langlebigen Materialwahl, und nach innen hin mit einem offenen und variablen Raumkonzept entsprochen. Im Innenraum stehen die Benutzer im Mittelpunkt. Für sie werden körperlich geschmeidige, sinnliche und sozial kompetente Räume entwickelt, die eines gemeinsam haben: sie schaffen ein Umfeld, das auf vielfältige Weise Entwicklungen fördern kann.

Räume werden nicht monofunktional betrachtet, sondern so gestaltet, dass ein Maximum an variablen Funktionen und Anwendungen möglich ist. Lern-, Spiel-, Sozial- oder Werkstattzonen können frei geschaltet werden, aber der Schüler bleibt in seinem räumlichen Umfeld. Er findet alle Feinheiten des geistigen und sozialen Lernens räumlich verortet.

So werden zum Beispiel die Klassenräume und der Hort zusammengelegt. Flexible Wände und Schränke, die räumliche Trennungen herstellen können, sind frei schaltbar. Die Bedienung und Benutzung ist sehr einfach. So können auch im Verband der Räume leise und laute Aktivitäten parallel stattfinden. In den Schränken können spezielle Funktionen wie Küche, Spielgeräte, kleine Werk- und Bastelbänke, sowie individuelle Stauräume für die Schüler untergebracht werden. Wenn die Fläche davor frei bespielbar ist, können eigene flächen- und volumenraubende Räume für Spezialfunktionen dafür entfallen.

Die Raumformen in der neuen Rudolf Steiner Schule sind nicht zwingend rechteckig, sondern lassen Raumkonfigurationen zu, die dem jeweiligen Raum ein prägendes Merkmal geben. Die üblichen immer gleichen Schachteln entlang eines Korridors sollen zugunsten eines abwechslungsreichen Raumerlebnisses durchbrochen werden.

Unser Entwurf der neuen Rudolf Steiner Schule in Mauer bedingt eine Veränderung der Flächenwidmung, die folgendermaßen begründbar ist: In der Vergangenheit wurde seitens der Rudolf Steiner Schule gegenüber der Stadt durchgesetzt, dass im Garten zusätzlich eine bebaubare Fläche für eine Turnhalle gewidmet wurde. Wir planen die neue Turnhalle, die das größte Volumen und die größte Fläche beansprucht, genau an diesem Platz. Die Form der Fläche entspricht aber nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine Turnhalle.

Deshalb gehen wir davon aus, dass bei annähernd ähnlicher Grundfläche die Form der bebauten Fläche im Gartengebiet verändert werden kann, um dem ursprünglichen Ansinnen für den Bau einer Turnhalle auch heute gerecht werden zu können. Wir halten es für sehr wichtig, dass die Turnhalle eine natürliche Belichtung und einen direkten Blickkontakt zum Außenraum besitzt. So wird auch das vom Eingangsfoyer aus beobachtbare Geschehen in der Turnhalle Teil des lebendigen Schullebens.

Ein zentraler Aspekt unseres Konzeptes ist eine Minimierung der Flächen und Volumen. Zum einen wird dadurch eine verträglichere Einbettung in der Umgebung erreicht und zum anderen werden die Baukosten reduziert. Die Ausführung eines normalen Kellergeschosses zum Beispiel ist deutlich günstiger, als das tiefe und aufwändige Eingraben der ganzen Turnhalle. Weiters kann durch die Minimierung von Flächen in unserem Konzept der Ausbau eines Dachgeschosses im Gartentrakt eingespart, und stattdessen eine begrünte Dachspielwiese angeboten werden.

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