Seestadtareal Bregenz, Bregenz
Als funktionelle und strukturelle Ergänzung des bestehenden städtischen Angebotes der Bregenzer Innenstadt erstreckt sich das neue Ensemble vom Bahnhofsgelände bis zur Einmündung in die Fußgängerzone des Zentrums. Westseitig erfährt der abschließende, viergeschossige Kopfbaukörper im nebenliegenden Gebäude seine dimensionelle Zuweisung. In ihrem städtebaulichen Zusammenspiel bilden diese Baukörper als Tor zur Stadt einen prägnanten Zugang zum neuen Areal. An dieser Stelle weist das Ensemble seine höchste strukturelle Dichte auf, die sich im weiteren östlichen Verlauf zunehmend auflockert. Der Verzicht auf eine durchgängige Bebauung im oberen Geschoßbereich erfolgt unter Bezugnahme auf den vorhandenen baulichen Bestand entlang der Seestraße und gliedert das Ensemble in vier rhythmisch positionierte Gebäudesequenzen von schlüssiger Maßstäblichkeit. Die Gebäudekanten nehmen die Dimensionen der sich fortsetzenden Bebauung – u.a. Tourismushaus, Landesmuseum, Theater am Kornmarkt, Kunsthaus und Hauptpost in Richtung Osten auf. Seeseitig bildet die zurückgesetzt durchgehende Erdgeschoßzone einen homogenen Abschluss der städtischen Bebauung. Eine Abstufung der südseitigen Gebäudehöhen setzt das Ensemble in ausgewogenen Dialog mit der Bebauung entlang der Bahnhofstraße.
Zielsetzung ist es auch die künftige Seestadt mit hochwertigen repräsentativen öffentlichen Freiräumen und Platzfolgen zu umspielen. Deshalb werden die Verbindungen zum Bahnhof und den Parkflächen am See in Form einer urbanen bereichsweise überbauten Esplanade gestärkt. So entstehen hochwertige innerstädtische Möglichkeitsräume die trotz hohem Versiegelungsgrad stadtklimatischen Komfort sicherstellen. Urbane Stadtsequenzen und Hofabfolgen lassen die Öffentlichkeit frei durch die Erdgeschoßzonen mäandrieren. Durch dieses hohe Maß an Öffentlichkeit und Permeabilität werden innerstädtische Verbindungen gestärkt und kaufkraftfördernde Durchwegungsfrequenzen generiert. Die Hofbereiche bilden eine thematisch verwandte Abfolge in einem räumlichen Kontinuum das sich von beiden Seiten her schlüssig entwickelt. Zur Identitätsbildung werden schlichte Gestaltungselemente mit hohem Wiedererkennungswert eingesetzt. Eine Platzsituation in Verlängerung der Kaiser Josef Strasse unterbricht die Hofabfolge und gibt eine Verbindung zum bisher abgeschnittenen Park am See frei. Die Fuge im Stadtraum erhält durch die inszenierte Treppenanlage und die entstehenden Terrassen hohe Aufenthaltsqualitäten. Ein „Stadtbalkon“ als Markierung der Brückenachse wird zum Ausblick in die belebte Fußgängerzone und stellt den barrierefreien Zugang zum Brückenbauwerk her.
(Erläuterungstext)





