Pflegeanstalt Vinzenzgasse, Wien

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Die komplementären kreuzförmigen Motive des zentralen Körpers bzw. Hohlkörpers stehen in enger Beziehung zueinander.
Das Schulgrundstück wird durch das Versenken der von oben belichteten Turnhallen oberirdisch freigespielt und dadurch das Bewahren des parkartigen Charakters, die Schaffung  qualitätvoller Aussenräume und eine eigene Identität – trotz möglicher enger baulicher Vernetzung – für die einzelnen Schulen sichergestellt. Der Kindergarten wird im südlichen Bereich mit den schönen vorgelagerten Freibereichen als ideal empfunden und dort beibehalten während die FH über mehrere Geschosse stark verwoben mit dem Haus der Barmherzigkeit angeboten wird.
Die darüber liegenden drei Vollgeschosse werden jeweils von zwei Stationen und einem Teil der Fachhochsschule belegt – dies gewährleistet einen intensiven Bezug von Unterricht und Praxis und die gewünschte Kontaktaufnahme von Schülern und Hausbewohnern durch gegenseitige Blickbeziehungen. Die Geschosse sind zentral organisiert und weisen ein interessantes und abwechslungsreiches Wegekonzept auf – unter Einhaltung der gewünschten Übersichtlichkeit. Alle Zimmer sind nach aussen orientiert während die grossen Aufenthaltsbereiche in direktem Bezug zu den vier attraktiven Höfen stehen.
Das Dachgeschoss teilen sich die erforderliche siebte Station und die zwei Wohngruppen mit integrierten Terrassenflächen in ähnlicher Grundrisskonfiguration.
Im Zentrum der Anlage steht strassenseitig die Gastronomie mit Gastgarten, die einen zwanglosen Kontakt von Bewohnern, Besuchern und Externen ermöglicht. Von den zur Strasse offenen vielfältig bespielbaren Innenhöfen -  bei Bedarf durch perforierte Falttore  schliessbar – sind auch alle anderen Bereiche erschlossen – die Geschäfte direkt bzw. über die allgemeine quergespannte Eingangshalle die Therapiebereiche, der Mehrzwecksaal und die Wohn- und Arbeitsbereiche sowie die Fachhochschule. Hier wird bewusst das Gemeinsame gesucht – und erst von hier dann die unterschiedlichen Bereiche individuell erschlossen.
Alle Zimmer der Hausbewohner sind zu den Strassenräumen hin orientiert – auf individuelle Balkone wurde in den Stationen bewusst verzichtet um die Gemeinschaftsfreiräume zu stärken. Die vorgesetzten Fensterelemente mit den Sitznischen erlauben zudem ganzjährig einen weiten Blick die Gassen entlang und zum Strassenraum hinunter der durch vorgelagerte Freiräume in dieser Form nicht möglich wäre. Die Doppelzimmer weisen dieselbe Achsbreite auf, kragen als Erker in den Strassenraum aus und beleben das Fassadenbild bzw. erlauben bis zuletzt eine hohe Flexibilität des Zimmerschlüssels.

(Erläuterungsbericht, 2008)

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