Haus am Dom, Worms

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Der präzis gesetzte Neubau ‘Gemeindehaus’ klärt die derzeit unbefriedigende Freiraumsituation zwischen bestehendem Kreuzgang und Domplatz auf selbstverständliche Art und Weise. Als freigestelltes, auf den bestehenden Geländesockel aufgesetztes Volumen reagiert der Neubau respektvoll auf die divergente Maßstäblichkeit der Umgebung – zum öffentlichen Domplatz präsent und erhaben, zum Kreuzgang dezent und angenehm zurückhaltend. Die prägnante Dachsilhouette fügt sich dabei subtil in die bestehende Bebauungsstruktur ohne diese zu kontrahieren. Die bestehende Treppenanlage entlang der Nikolauskapelle wird adaptiert und bereinigt die Überlagerung der erforderlichen Zugangsbereiche mit der freiräumlichen Anbindung von Domplatz und Kreuzgang.

Der Neubau organisiert sich über drei Geschosse: Sockel-, Erd- und Dachgeschoss. Im Sockelgeschoss befinden sich Café und Domladen mit direkter Orientierung zum Domplatz. Der vorgelagerte, gedeckte Außenbereich bietet witterungsgeschützte Zugangsbereiche und kann zudem für Außenbestuhlungen des Cafés genutzt werden. Die Anlieferung erfolgt über den bestehenden Innenhof der Domhäuser – die Option eines direkten Zuganges seitens des Domplatzes ist zusätzlich gegeben. Im rückwertigen Bereich des Sockelgeschosses konzentrieren sich die für den Neubau erforderlichen Nebenräume (WCs, Lager etc.). Somit werden Erd- und Dachgeschoss freigespielt und Nutzungssynergien bei maximaler Grundrißflexibilität gewährleistet.

Im Erdgeschoss befindet sich – direkt über den Kreuzgang erschlossen – das Foyer mit variabel zonierbaren Gruppenräumen. Ein separierter Küchenbereich bietet Bewirtungsmöglichkeiten bei größeren Veranstaltungen und dient gleichermaßen als Versorgungsstauraum der mobilen Theke. Über einen behindertengerechten Aufzug können alle Geschosse barrierefrei angedient werden.

Mobile Falt-Schiebe-Wände ermöglichen unterschiedliche Raumzuschnitte und garantieren flexible Anpassungen an spätere Nutzungs-änderungen ohne die Großzügigkeit des Foyers aufgeben zu müssen. Darüber hinaus bietet es ausreichend Platz für die repräsentative Skulpturensammlung. Als transparentes „Luftgeschoss“ konzipiert, folgt das Erdgeschoss der Idee eines „Offenes Hauses“ und schafft so eine attraktive Verknüpfung von Domplatz und Kreuzgang.

Im Dachgeschoss befindet sich der neue Gemeindesaal. Der Analogie eines abstrahierten Kreuz-Rippen-Gewölbes entlehnt, wird dieser über ein zentrales Oberlichtband räumlich inszeniert und bildet so den krönenden, sakral anmutenden Abschluss des Neubaus.

Materiell reagiert der Neubau zurückhaltend auf das historische Umfeld. Fassade und Dach werden mit dunkelroten, sandgestrahlten Glas-faserbetonplatten verkleidet und bilden eine moderne Reminiszenz an den roten Porphyr des Wormser Doms. Im Innenraum dominieren warme Materialien: Holzfenster und – türen, Holzstützen und Holzböden (Weisstanne).

 

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