Europaallee Baufeld H, Zürich

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Das Konzept des aus vier Baukörpern unterschiedlicher Kubatur gebildeten Ensembles mit einem verbindenden Sockel hat sich im letzten Schritt des Entwurfes noch einmal stark verändert. Nunmehr wird den beiden Hochpunkten an den Schmalseiten sowie den beiden lagernden Baukörpern an der Lagerstrasse und am Stephenson-Weg eine große, von einem Dach überspannte «Aula» eingeschrieben. Sie soll eine Vielzahl unterschiedlicher gastronomischer Nutzungen aufnehmen. Damit verliert das Konzept seine Prägnanz. Es ist schwer vorstellbar, einen quasi öffentlichen Innenraum von dieser Dimension mit geeigneten Nutzungen zu füllen, der zudem den angrenzenden Stadträumen ihre funktionale Bedeutung streitig machen könnte. Zugleich lässt dieser Vorschlag eine wirksame Nutzbarkeit des Innenhofes für die Wohnungen und die gewerblichen Nutzer vermissen. Die Qualität des Hotels in Bezug auf die besonderen Ansprüche eines anvisierten Betreibers sowie die Wohnungs- und Bürogrundrisse sind unbestritten hoch und tragfähig. Das Konzept für die Fassaden konnte wesentlich differenziert und im Detail moduliert werden. Allerdings wirken die einzelnen Bausteine jetzt stärker auf sich bezogen und kaum noch als Ensemble. Nachhaltigkeit, Energieeffektivität und Innovation Bezogen auf die Nachhaltigkeit des Gesamtkonzeptes und die erwarteten Innovationen hinsichtlich der Energieeffektivität erweist sich das Projekt nach wie vor als tragfähig und aufgrund der dezidiert ausgewählten Komponenten als robust. Die gestellten Anforderungen scheinen mit Maßnahmen erreichbar zu sein. Das Zusammenspiel zwischen Architektur und Technik bleibt jedoch unklar und es mangelt dem Gesamtkonzept damit etwas an Glaubwürdigkeit. In thermisch kritischen Räumen ist vorgesehen, die thermische Masse mit PCM-Material aufzubessern, wobei ein glaubwürdiges Konzept zur aktiven oder passiven Nachtauskühlung fehlt und damit das Konzept der Sicherstellung des sommerlichen Wärmekomforts ohne aktive Kühlung als kritisch eingeschätzt wird. Das vorgeschlagene Wärmeabgabesystem mit Kleinradiatoren erscheint in Bezug zur vorgeschlagenen Wärmeerzeugung mit Grundwasserwärmepumpen wenig optimal zu sein. Obwohl der Ertrag der aufgezeigten Photovoltaikanlagen eher optimistisch eingeschätzt wird, scheint der geforderte CO2-freie Betrieb möglich zu sein.

 

(Auszug aus Jurybericht, 2010)

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