Wohnbebauung Brosswaldengasse, Bregenz
Nach umfangreichen Machbarkeitsstudien erfolgte 2010 der Startschuss für die Evaluierung des Gebietes an der Brosswaldengasse. Ein traditionsreiches aber ungenutztes Industrieareal im Bregenzer Quellenviertel sollte wieder in den städtischen Kontext eingebunden werden.
Zwei bestehende Gebäude bilden mit sechs Neubauten ein neues Wohnareal, das die nah am Bodensee und am Zentrum gelegene innerstädtische Brache neu belebt. Insgesamt werden auf dem 12.300 Quadratmeter großen Gelände durch i+R Schertler, der Wohnbauselbsthilfe und der Alpenländischen Heimstätte 201 neue Wohnungen errichtet.
Die ursprüngliche Einfriedung des ehemaligen Industrieareals bleibt dabei bestehen und fasst das heterogene Grundstück zu einem neuen Quartier zusammen. Die erhaltenen Altbauten bilden den Auftakt der Siedlung, die Neubauten gruppieren sich dahinter um einen kleinen Platz.
Unmittelbar daran befindet sich das Herz der Wohnanlage, ein Platzhaus mit Gemeinschaftsräumen für das Quartier. Dieses zeichnet sich durch einen ausgewogenen Mix aus gemeinnützigen Wohnungen, Eigentumswohnungen, Tagesbetreuung für ältere Menschen und Start-Up-Wohnungen aus. Alle gemeinnützigen Wohnbauten bieten Passivhausstandard mit kontrollierter Be- und Entlüftung. Die Privatwohnungen werden energieoptimiert errichtet.
Eine Besonderheit der Anlage ist der Verzicht auf oberirdische Stellplätze, alle notwendigen Abstellplätze werden unterirdisch in einer Tiefgarage untergebracht. Das Quartier wird so als einheitliches Ensemble ohne störenden Verkehr erlebbar. Die Gestaltung der Baukörper nimmt Anleihen an der historischen Bausubstanz im direkten Umfeld, das vornehmlich aus Putzbauten besteht. Auch die neuen Bauten zeichnen sich durch helle Putzfassaden aus. Durch ähnliche Proportionen und die Freiraumplanung durch das Büro Rotzler-Krebs wird die Anlage zusammengebunden und fügt sich so harmonisch in das städtische Umfeld ein.
Die Wohnsiedlung an der Brosswaldengasse in Bregenz zeichnet sich durch ihre vielfältige Nutzungsmischung, der modernen energieoptimierten Bauweise und nicht zuletzt der großen freiräumlichen Qualität aus und stellt damit einen konstruktiven Beitrag zur innerstädtischen Nachverdichtung dar.
(Dietrich | Untertrifaller, 2011)




