Volksschule Unterdorf, Höchst

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Die Volksschule Unterdorf in Höchst ist eine radikale und kompromisslose Umsetzung des Bautypus “Clusterschule”.
In einem schlichten, langgestreckten, ebenerdigen Holzbau sind auf der Ostseite vier idente Cluster untergebracht, auf der Westseite liegen die Sonderklassen und die Verwaltung. Eine großzügige Aula verbindet den Bereich der Sonderklassen mit der Turnhalle. Die Cluster gruppieren je zwei Stammklassen, einen offenen Gruppen- und einen Ruheraum sowie Toiletten und Garderoben um einen zentralen Aufenthaltsraum. Jeder Aufenthaltsraum wird von einem überhohen Pyramidenstumpf überkuppelt, durch dessen Oberlichten Tageslicht hereinströmt. Ein direkter Ausgang in einen eigenen Garten und Freiklassenbereich bezieht den Außenraum mit ein und ermöglicht kurze Verkehrswege. Großflächige Verglasungen sorgen für die nötige Transparenz, damit die Lehrer ihre Schüler stets im Blick haben, auch wenn diese z.B. in Kleingruppen in unterschiedlichen Räumen lernen oder spielen. Diese Sichtachsen sind auch eine ständige Einladung, den Raum in der Mitte zu nutzen und stärken das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Clusters. Der Pausenhof vor der Aula ist durch zahlreiche Wege mit dem gewachsenen Wegenetz von Unterdorf verbunden. Teile der Außenflächen stehen der örtlichen Bevölkerung als frei zugängiges Spiel- und Freizeitareal zur Verfügung.

Die gesamte Schule ist als reiner Holzbau ausgeführt. Die Oberflächen aus mehrschichtigen, verleimten Massivholzplatten sind nicht verkleidet, die Holzkonstruktion bleibt in allen Räumen sichtbar. Schülerinnen und Schüler profitieren vom besseren Lernklima und einer angenehmen, warmen Atmosphäre im Haus, die auch Heizkosten spart.

Das Materialisierungskonzept basiert auf den Grundprinzipien Nachhaltigkeit und ökologische Optimierung. Die „graue“ Energie konnte durch den nachwachsenden, regionalen Baustoff Holz drastisch reduziert werden. Beim „Kommunalen Gebäudeausweis“ des Landes Vorarlberg hat die Schule in Unterdorf mit 940 Punkten einen der bisher höchsten Werte für einen Neubau erhalten.

Das Büro Dietrich | Untertrifaller hat 2013 den Wettbewerb für den Schulneubau gewonnen – dank dieses innovativen architektonischen Konzeptes und dank seiner langjährigen internationalen Erfahrungen im Schulbau. Vor allem die für den Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit nominierte Schule in Edlach (Dornbirn) war als direkter Vorgängerbau wegweisend für Konzeption und Planung der Volksschule Unterdorf.

Eine Arbeitsgruppe aus LehrerInnen, GemeindevertreterInnen und Beratern war von Anfang an in die Wettbewerbsausschreibung sowie in die Planung eingebunden und hat auch regelmäßig an den Baubesprechungen teilgenommen. Diese enge Zusammenarbeit war ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Umsetzung dieses zukunftsweisenden Pilotprojektes, das einen neuen Schulstandard in Österreich definiert und hoffentlich als Multiplikator für den Holzbau in Österreich wirkt.

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