Schillerstraße, Bregenz

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Das neue Mehrfamilienhaus ergänzt den Blockrand entlang der Schillerstrasse, die nördlich des Stadtkerns von der Bregenzer Bucht her zum Hangfuß ansteigt. Der erhalten gebliebene Kopfbau der ehemaligen Molkerei (Architekt Willi Braun, 1920er Jahre), auf deren Gelände der Neubau steht, wurde zum Wohnen umgenutzt. In der Zwischenzone sind in einer Raumschicht Bäder, Küchen und Toiletten angeordnet, die aussen durch eine hölzerne Rippenschalung gekennzeichnet wird.

Der direkt anschließende Neubautrakt enthält mehrheitlich kleine Eigentumswohnungen. Sein seitlicher Zugang führt in ein geschosshoch verglastes langgestrecktes Foyer, aus dem die einläufige Stiege nach oben führt. Typologisch wird hier der “Schopf” als teilprivater Zugang in den städtischen Wohnbau eingeführt, ist hier aber klimatisch getrennt. – Die Vorarlberger benennen mit dem Wort “Schopf” eine laubenartig eingezogene, seitlich offene Raumschicht. – In den darüberliegenden Geschoßen sind die Laubengänge stärker geschlossen. Bandfenster in Ausblickshöhe sind vor Küchen, Gang und Vorräume gezogen. Die in hellem Grau geputze Fassade signalisiert Abschirmung von Straßenlärm und Witterungsunbill. Nach Süden ist das Haus  hingegen breit geöffnet. Angenehm tiefe Balkone ziehen sich vor den geschoßhohen Glaswänden hin. Im Erdgeschoss sind die Gärten den Wohnungen zugeordnet; im zweiten und dritten Obergeschoß rhythmisieren gläserne Loggien die horizontal strukturierte Fassade.

Die klar organisierten Grundrisse sind äußerst knapp gehalten; dennoch werden die Kochnischen der Zweizimmerwohnungen durch Oberlichtfenster vom Laubengang her aufgewertet. Großzügige Vorräume zu den Dreizimmerwohnungen an den Traktenden bilden räumliche Fortsetzungen des Laubengangs und sind architektonisch als Übergangszonen von teilöffentlicher Erschließung zum privaten Wohnbereich akzentuiert. Das zurückgesetzte Dachgeschoss birgt ein attraktives Penthouse.

(Walter Zschokke, 2001)

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