Schiffsanlegestelle, Hard
Am flachen Seeufer, nahe einem Jachthafen und einer Werfthalle, war ein Versorgungsstützpunkt für Ausflugsschiffe, insbesondere die historische „Hohentwiel“ zu schaffen; hinzu kam Raumbedarf für Zollwache und Seegendarmerie. In der Verlängerung der Zufahrt signalisiert ein schlank aufgestelztes Dach den besonderen Ort. Ein langgezogener Quader, seitlich parallel an den großzügigen Regen- und Sonnenschutz herangeschoben, verstärkt mit der leuchtend blauen Farbe seiner Fassaden die Wirkung.
Zwei Stege führen weiter ins Wasser hinaus, wo große Schiffe anlegen können. An der Rückseite des Quaders befindet sich ein Werk- und Wirtschaftshof, über der Uferkante definiert durch einen zweiten, kleineren Quader mit Wellblechhülle. Während die Rückseite des Hauptbaus trotz der vier Servicetüren im Erdgeschoss verschlossen bleibt, gibt sich die Vorderseite mit dem großen Dach einladender. Obwohl auch hier kaum heftiger Publikumsandrang zu erwarten ist, lockt die fallreepartige Treppe ins Obergeschoss zum Besteigen, und ein Bandfenster sowie mehrere Türen verweisen auf verschiedene Nutzungen. Doch die Schiffsmetapher wird nicht überzogen. Das exakte horizontale Streifenmuster aus blau eingefärbten Zementspanplatten und schützenden Blechwinkeln sowie eine sorgfältige Detailausbildung machen aus dem Leichbauwerk etwas Besonderes, ein überdimensionales Schmuckkästchen, das den Ort am Seeufer aufwertet und ihm Unverwechselbarkeit verleiht.




