Schauspielhaus, Wien

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Der Theatersaal des Schauspielhauses an der Wiener Porzellangasse befindet sich unter dem Hof eines Gründerzeithauses. Das Foyer an der Straßenfront soll daher aufmerksam machen und die Erwartungen der Besucher wecken. Im Nebenhaus, direkt vom Foyer zugänglich, dient die S-Bar vor, während und nach der Vorführung, aber auch tagsüber als Treffpunkt.

Das leuchtend rote Logo, eine Schlange in S-Form, prangt neben dem Hauptzugang am Mezzaninfenster. Der Vorraum mit seinem geschliffenen Betonboden ist hell erleuchtet. Nach links geht es zur Bar, doch wie eine Guckkastenbühne zieht der allseitig scharlachrot ausgemalte, breite Abgang magisch an. Vorbei am ersten Absatz, wo die Besucher die Garderobe abgeben können, steigen sie weiter hinunter in den roten Schlund. Leuchtvitrinen mit den vergrößerten Nahaufnahmen von rosa Wollflor exponieren die Eintretenden mit einem kräftigen Seitenlicht.

Die S-Bar weist hinter fünf hohen Korbbogenfenstern einen breiten Gastraum mit einer langen Schanktheke aus Feinbeton auf. Davor reihen sich platzsparend Doppeltische mit bequemen kleinen Fauteuils. Wie im Theaterfoyer ist der Boden aus geschliffenem Beton, und auch hier spannt sich an der Decke das auf Textil gedruckte, vergrößerte Muster einer Schlangenhaut. Hinter dem Flaschenregal erscheint hingegen wieder der rosa Wollflor. Portalen gleich, führen zwei die Bar flankierende Stahlrahmen über einige Stufen zu den beiden Extrazimmern im rückwärtigen Teil.

Die Härte des Stahls sowie des Betons und der fotografisch verfremdete Wollflor erzeugen die für eine Bar erwünschte gestalterische Spannung. Während das Separee links von der Theke erneut tiefrot herausleuchtet und mit breiten Polsterbänken als Lounge eingerichtet ist, erweist sich der Raum zur Rechten als klassischer Restaurantbereich mit weißen Tischdecken. Parkett und Wandverkleidung sind aus dunklem Robinienholz, nur an der Decke erinnert die Schlangenhaut an den Gesamtzusammenhang. Mit begrenzten Mitteln gelang es sowohl im Foyer als auch in der Bar, den Räumen einen individuellen Charakter zu geben, der das Publikum nicht unbeteiligt lässt.

(Walter Zschokke, 2002)

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