Office am See, Bregenz

Office am See, Bregenz

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Der turmartige Hauptbaukörper befindet sich an der Seestraße an einer Stelle, wo die großvolumige Bebauungsstruktur in einen Abschnitt mit kleinteiliger städtebaulicher Körnung übergeht, bevor die Stadtkante am See von den Kulturinstitutionen Museum, Theater und Kunsthaus gebildet wird. Der vertikale Akzent hält die Position an der Straße, während die links anschließenden Häuser, einen kleinen Platz frei lassend, zurückversetzt stehen. Indem der Maßstab gewahrt bleibt, findet dieser Teil der historischen Stadt auch in neuen Bauformen Halt.

Neben dem sechsgeschossigen Turm, der im Erdgeschoss Läden und darüber Büros enthält, schließt zur Rechten, über der Ein- und Ausfahrt einer Tiefgarage, ein eingeschossiger Gebäudeteil an, der den Büroräumlichkeiten auf diesem Stockwerk zugeordnet ist. Zur Linken ist zwischen dem rückwärtigen Gebäudeflügel des Büroturms und dem gründerzeitlichen Haus an der Ecke ein bescheidenes, dreigeschossiges Gebäude eingefügt, das einen baufälligen Vorgängerbau ersetzt. Hinter seiner ruhigen, wohlproportionierten Fassade mit französischen Fenstern befindet sich im Erdgeschoss ein Geschäft, darüber liegen zwei Kleinwohnungen.

Die Fassade des Büroturms ist geschosshoch verglast, die Betondecken liegen auf schlanken Rundstützen auf. Ihre Stirnen werden in der Fassadengestaltung betont, sodass die Stockwerke deutlich ablesbar sind, was der Maßstäblichkeit des Bauwerks und der Integration in die kleinteilige Nachbarbebauung förderlich ist. Von den oberen Geschossen genießen die Arbeitenden über Seestraße und Bahn hinweg die Aussicht auf das Grün des Parks am Ufer und den See. Mit seiner gedrungenen Form und der architektonischen Durchbildung der Fassade korrespondiert dieser Turm städtebaulich mit jenem vor der Wohnanlage „am Hafen”. Er spielt für diesen gleichsam die Rolle des „kleineren Bruders”, mit dem er im Blickkontakt steht. Beide reihen sie sich in die mit ähnlich proportionierten Türmen, wie dem Kunsthaus Bregenz und dem Bühnenturm des Theaters, gut bestückte Seeseite der Stadt Bregenz. Sie besteht in diesem Abschnitt – durchaus sinnvoll – nicht aus einer geschlossenen Front, sondern aus einer durchlässigen Reihe teils unterschiedlicher Solitäre.

(Walter Zschokke, 2008)

 

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