Mühlweg, Wien

Mühlweg, Wien

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Im Nordwesten Wiens, vor den Weingärten des Bisambergs, beginnt eine weite Ebene nordöstlich der Donau. Zwischen alten Angerdörfern folgt die Bebauung ehemals landwirtschaftlichen Flurteilungen. Die Antwort der Planer darauf war eine offene Struktur von vier Baukörpern, an die andere, ebenfalls offene Baustrukturen anschließen könnten. Die kompakten, vierstöckigen Mehrfamilienhäuser mit einem Attikageschoss sind Teil einer größeren, in Holzbauweise errichteten Wohnanlage nahe dem Marchfeldkanal, der gern zur Naherholung genützt wird.

Die Anordnung ist lapidar. Während drei Häuser parallel angeordnet sind, ist das vierte um 90 Grad gedreht, sodass die Mittelzone, in der sich ein Spielplatz befindet, nach Süden etwas mehr geöffnet ist. In jedem Hauptgeschoss reihen sich vier Wohnungen um das innen liegende Treppenhaus. Die Wohnzimmer profitieren von der Eckposition. Je eine großzügige Loggia erlaubt ein komfortables Außenwohnen. Das zurückgesetzte Attikageschoss teilen sich zwei Wohnungen. Es verfügt über den Luxus allseitiger Dachterrassen.

Im Gegensatz zu anderen in Stabwerke aufgelösten Holzbauweisen wurde bei diesen Gebäuden Holz in Form massiver Platten und Scheiben aus Brettsperrholz verwendet, die um das in Stahlbeton hochgeführte Treppenhaus die Tragstruktur bilden. Aus Brandschutzgründen ist sie mit Gipsfaserplatten verkleidet. Hauptvorteil ist die schnelle Montage aufgrund der vorgefertigten konstruktiven Teile. Nach nur fünf Tagen Bauzeit ist der Rohbau regendicht. Die Fassade wurde elementweise im Werk hergestellt. Fenster, Dämmung und Grundputz sind bereits montiert und aufgebracht, was sich insbesondere auf die Qualität der Dichtungsmaßnahmen positiv auswirkt, da im Werk genauer und sorgfältiger gearbeitet werden kann als auf der Baustelle. Der Deckputz wurde nach der Montage am Rohbau angebracht, sodass der Kernbaukörper massiv wirkt und nur die angehängten Loggien und das Attikageschoss sichtbar aus Holz sind. Dies ist kein Widerspruch, denn die dicke Wärmedämmung auf ökologisch unbedenklicher Holzfaserbasis ist gut und kostensparend.

Die konsequente Beachtung aktueller bauphysikalischer Erkenntnisse sichert der Anlage den Passivhausstandard. Sonnenkollektoren auf dem Dach sorgen für die Warmwasserversorgung. Insgesamt wurden zahlreiche Forderungen an den Wohnungsbau der Gegenwart und der Zukunft erfüllt, ohne die Grenzen des geförderten Wohnungsbaus zu sprengen.

(Walter Zschokke, 2008)

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