Kindergarten, Lustenau

Kindergarten, Lustenau

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Der langgestreckte Gruppenraumtrakt mit dem kurzen, quergestellten Kopfteil liegt im Binnenbereich eines locker mit Einfamilienhäusern besetzten Siedlungsgevierts. Ein Rahmen aus breiten Scheiben an der Südseite fasst den rhythmisierten, langgestreckten Gruppenraumtrakt wieder zu einem Ganzen zusammen und schafft einen loggienartigen Übergangsbereich zum Garten. Die drei Gruppenräume sind räumlich mehrgliedrig. Jedem ist ein Garderobenraum zugeordnet, zugänglich vom rückwärtigen Gang und versehen mit einem Ausgang zur Gartenterrasse. Der östlich ansetzende Kopfbau ist zweigeschossig, wobei im Hochparterrre über dem in die Erde eingesenkten Gymnastiksaal die Kinderküche und der Werkraum angeordnet sind.

Die langgestreckte Anlage bietet den Kindern eine Reihe verschiedener Raumtypen als Erfahrungsräume an, sowie verschiedene Raumhöhen und Niveaus. Damit erhalten sie die Möglichkeit, außerhalb der elterlichen Wohnung oder dem meist knapp dimensionierten Einfamilienhaus, weiterführende räumliche Erfahrungen in einer bald vertrauten Umgebung zu sammeln. Hier bildet der über 40 m lange Gang mit den Nischen vor den Garderoben das wohl ausgefallenste Raumelement, bei dem die längsseitige, nach Norden orientierte Verglasung Gefühle der Enge nicht aufkommen lässt, die extreme Längsdehnung sich aber den Kindern als besondere Attraktion anbietet.

Die Gruppenräume sind in zwei Zonen mit unterschiedlicher Höhe geteilt. In einer rückwärtigen Nische des höheren Abschnitts bietet eine Zwischendecke einen niedrigeren, kleineren und somit bergenden Raum an, während darüber einen Aussichtsplattform entsteht. So kann das Wahrnehmen von Raumhöhen, – proportionen und -dimensionen, mithin von Grundelementen der Architektur, beiläufig und individuell erlernt werden.

(Walter Zschokke, 2001)

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