Kindergarten, Lauterach

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Der langgestreckte Baukörper halbiert ein Wiesenstück, das nördlich an den ansteigenden Damm der Ortsverbindungsstrasse anschließt. Sein Grundriss ist der Länge nach dreigeteilt, das Volumen einmal abgestuft. Im Westen sind die Nebenräume zu einem niedrigeren Baukörper zusammengefasst, der schlank und geschlossen wie ein Lineal erscheint und aussen mit Holz verschalt ist. Daran anschließend dehnt sich ein langer, stirnseitig mit Glastüren versehener breiter Gang, der über ein schmales Oberlicht Westsonne erhält. Zwei Gruppenräume und ein Bewegungsraum bilden den Hauptteil des größeren Baukörpers. Sie blicken auf die östlich vorgelagerte Spielwiese, vor der Morgensonne geschützt durch das weit auskragende Dach. Denn die Ostfassade ist aufgelöst in eine Glaswand, in der großformatig fix Scheiben mit Türen abwechseln. Eine raumtrennende Nebenraumschicht zwischen den Klassen wird aussen durch braunrote Fassadenpaneele ablesbar. Grau lackierte Zementspannplatten schützen die Wärmedämmung an den Gebäudeflanken.

Das sparsame Bauwerk ist das jüngste einer Serie extrem günstiger Holzkonstruktionen, deren Prototyp bereits 1992 an der Lauteracher Bachgasse – damals mit kleinerem Nebenraumabschnitt – sich in harter Konkurrenz zu Billigstanbietern durchsetzen musste. Kurz danach kam ein ähnliches Modell in ein Neubaugebiet bei Wien-Stammersdorf zu stehen, das sich in einem Projektwettbewerb bewährt hatte.

Der Weidacher Kindergarten vereinigt Erkenntnisse und Erfahrungen aus den Vorgängerbauten, was in einer abgeklärten Formensprache und sorgfältig ausgewogenen Proportionen zum Ausdruck kommt. Von der gewonnen Einfühlung in die Aufgabe und vom Wissen um betriebliche Zusammenhänge profitierten in der Folge die umfangreichen Projekte für Lustenau und Wolfurt.

(Walter Zschokke, 2001)

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