Museum Inatura, Dornbirn

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Die Dornbirner Rüschwerke waren von der Siedlungsentwicklung längst eingeschlossen, als der schwerindustrielle Betrieb stillgelegt wurde. Eine Reduktion auf die wesentlichen Gebäudetrakte und deren sorgsame bauliche Herrichtung für die Zwecke des regionalen naturgeschichtlichen Museums Inatura verlieh der Anlage, die von einem neu gestalteten Stadtpark umgeben ist, eine attraktive, doppeldeutige Anmutung. Die innere Gestaltung nutzt die großen Räume, ist aber auf mehreren Ebenen eigenständig organisiert.

Die Architektur frühhistoristischer Industriebauten ist in der Regel einem spröden, doch wohlproportionierten und daher ansprechenden Klassizismus verpflichtet. Ein neuer Verbindungsteil wurde hoch aufgestelzt und mit vorgerosteten Stahlplatten verkleidet. Im selben Material das Biomasseheizwerk an der Stirnseite der ehemaligen Dreherei, welches die Museumsgebäude und weitere öffentliche Bauten versorgt. Die beiden anderen neuen Baukörper im rückseitigen Hof beinhalten Büros und sind über einen Gang an die alten Hallentrakte gekoppelt. Ihre Autonomie betont das über das verglaste Erdgeschoss vorkragende Obergeschoss, allseitig mit einer textilen Abschirmung bespannt. Das aufgedruckte Muster, stark vergrößerte Aufnahmen von Rostflächen und Flechten, dialogisiert subtil und verschmilzt zugleich mit den Stahlplatten.

Das Innere der Dreherei enthält noch die alte Kranbahn in genieteter Konstruktion, die als Zeuge historischen Stahlbauhandwerks zum Ausstellungsobjekt wird und den Raum und dessen umlaufende Galerie mit ihrer Präsenz aufwertet. In dieser profanen Basilika des 19. Jahrhunderts sind die Kasse, das Café und der Museumsshop in einem großzügigen Foyer versammelt. Der Rundgang beginnt im Obergeschoss am verbindenden Vorführsaal vorbei zu den ehemaligen Hochöfen, die als industriegeschichtliches Denkmal erhalten wurden. Die beiden im Winkel zueinander stehenden Gießereihallen wurden hingegen komplett ausgeräumt und ins Untergeschoss erweitert. Auf und unter frei im Raum stehenden Plattformen werden hier vielfältige Inhalte mit zahlreichen Objekten in wechselnden Raumkonfigurationen ansprechend präsentiert.

Der ausführliche Rundgang wechselt von den Plattformen in die Untergeschosse und am Ende über eine Treppe wieder ins Foyer, wo die Sitzplätze des Cafés locken. Der in mehrere räumliche und thematische Zonen gegliederte Stadtpark, der die Anlage einfasst, verfügt über einen hohen Naherholungswert und wird entsprechend gern angenommen.

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