Hotel Rote Wand, Lech
Das Hotel Rote Wand in Zug geht im Kern auf ein Gasthaus neben der Kirche zurück, das zu der Handvoll Häuser gehört, aus der das Weiler bis zum letzten Drittel des 20. Jahrhunderts bestand. Erst der boomende Skitourismus der 1970er Jahre ließ Zug durch den Bau von Hotels und Pensionen auf seine heutige Größe anwachsen. Die Erweiterung des Hotels Rote Wand auf heute fünf Häuser ist Teil dieses Vorgangs. Unter Einbeziehung des Gasthauses, gruppieren sich drei seiner Häuser um einen Innenhof. Das Unter – und Erdgeschoss sind dabei zu einem baulichen Sockel verbunden. Zwei weitere Häuser, Appartementhaus und Dependance sind als “Satelliten” unterirdisch angehängt und äußerlich nicht als Bestandteil des Hotelkomplexes identifizierbar.
Im Haupthaus wurde das bestehende Hallenbad im Untergeschoß erweitert und um einen umfangreichen Wellness- und Beautybereich ergänzt. Ein ganzjährig benutzbares Außenschwimmbecken wird von einem Liegebereich umrahmt und das bestehende Restaurant ist im Erdgeschoß umgestaltet und vergrößert worden. Für die unterirdischen Bereiche lag die zentrale Herausforderung darin, Tageslichtöffnungen zu schaffen. Ein eingeschnittener Hof, zwischen Außenbecken und Haus A gelegen, bringt Tageslicht in die Ruhebereiche und dient gleichzeitig als Außenraum der angrenzenden Saunazone. Zusätzlich ermöglichte der Umbau ein großflächiges Oberlicht, die nun die Liegezone des Hallenbades als Glasdach überdeckt.
Der Neubau der Dependance, die 2009 in Betrieb genommen wurde, gehört als fünftes Einzelhaus zum Hotelkomplex Rote Wand und ist, wie das 1999 errichtete Appartementhaus, unterirdisch mit dem Haupthaus verbunden. Das Haus ersetzt einen Vorgängerbau, und nutzt die Gelegenheit zu einer “Umfirstung”.
Einer Initiative der Raumplanungsstelle aus den 1980er Jahren folgend, soll die Gebäudegruppe oberhalb der Kirche einige Veränderungen erfahren. Die besagte Gebäudegruppe besteht derzeit von talwärts gerichteten Quergiebelbauten und den typischen Produkten der Tourismusarchitektur der 1970er Jahre und soll sukzessive korrigiert und von traufseitig, zum Hang stehenden Längsgiebelbauten ersetzt werden. Durch seine Dominanz im Ort leistet der Gebäudekomplex des Hotels Rote Wand zu dieser ortsbaulichen Maßnahme einen wesentlichen Beitrag und formuliert zum verbreiteten “Alpinen Einheitsstil” eine prägnante Alternative.
(Dietrich | Untertrifaller, 2010)











