Haus S, Egg

  • sutterluetty_04
  • sutterluetty_01
  • Haus_Sutterluety_02_ex
  • sutterluetty_07
  • sutterluetty_08
  • sutterlüty-eg
  • sutterlüty-og
  • sutterlüty-ug
  • sutterlüty-schnitt

Eine ehemalige Zwischenalm aus der traditionellen Dreihofwirtschaft des Bregenzerwaldes steht Pate für ein modernes Einfamilienhaus. Die Grundfläche des alten baufälligen Hofgebäudes – des so genannten Vordersäss – wird im Wesentlichen übernommen, die Kubatur leicht abgewandelt. Das relativ große Grundstück besitzt somit eine vergleichsweise kleine verbaute Fläche. Der als längsgerichteter Quader ausgeführte Baukörper steht selbstbewusst und zentral auf der alten Weidefläche.

Der Architekt fühlt sich den Traditionen der Region verpflichtet. Satteldach und Holzfassade sind für ihn in diesem Umfeld eine Selbstverständlichkeit. Der längsseitig loggiaartig eingezogene Außenraum entspricht dem historischen ‘Schopf’. Einschnitte und Fensterbänder, die teilweise auch von der Holzfassade überdeckt werden, sowie großzügige raumhohe Glasfronten lassen allerdings keinen Zweifel an der Modernität des Gebäudes.

Die Tätigkeit des Bauherrn in der Holzwirtschaft legt einen Holzbau nahe. Auf dem massiven Untergeschoss steht die Gebäudekonstruktion aus Holzrahmenelementen. Die Fassade ist mit Weißtanne verkleidet. Drei tragende Sichtbetonscheiben bilden das statische Gerüst und ermöglichen zusammen mit der Innenraumkonzeption ein weitgehendes ‘Freispielen’ der Fassade.

Schiebeelemente als Raumtrennung und Sichtschutz machen die Nutzung flexibel. Decken und Wände sind überwiegend mit Holzpaneelen verkleidet, der alte Stubencharakter wird somit neu interpretiert. Die Fensterschlitze auf den Schmalseiten bieten begrenzte Bildausschnitte. Die längsseitigen Glasfassaden sind konsequent durchgezogen – unabhängig von der Raumnutzung. So erhalten auch Nebenräume eine ungewohnte Qualität. Gegebenfalls, wie etwa bei der Garage, verläuft die Holzfassade auch über den Glasfronten. Das Gebäude erhält auf diese Weise Transparenz und Leichtigkeit.

Dieses Wohnhaus verbindet alte und neue Bauqualitäten auf einfache und einfühlsame Art. In seiner Materialität und Formensprache ist es der Tradition verpflichtet, durch die pragmatische Umsetzung und Neuinterpretation alter Strukturen ist es aber vor allem ein Beispiel zeitgemäßer moderner Architektur. Im Jahr 1999 erhielt es unter anderem dafür den Holzbaupreis.

(Ulrike Rohrhofer)

Bauherr
Standort
Architektur
Projektleitung
Bauzeit
Fläche
Kubatur
Auszeichnungen
Partner
Vollbild verlassen