Haus P, Schnepfau

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Für taleinwärts Fahrende liegt das einfache Haus linkerhand, kurz vor dem kleinen Dorfplatz, den das altersgraue Pfarrhaus und die Kirche auszeichnen. Hinter dem Haus verläuft dem Hangfuß entlang ein kleiner Bach; dahinter steigt das Gelände steil an. Mit dem Bezug auf Bachlauf und Topographie fügt sich das langgezogene Prisma unter einem Satteldach mittlerer Neigung in die locker hingestreute Bebauung des Altbestands, deren Situierung ähnlichen Regeln folgte.

Der Verzicht auf Unterkellerung bedingte die Anordnung der Serviceräume im Erdgeschoß, wo auch ein Büroraum sowie die Garage und ein großer überdeckter Zugangsbereich Platz fanden. Die in den Grundzügen symmetrische Hauptansicht weicht in Details von der strengen Ordnung ab. So liegt der Vorraum zwar zentrisch unter dem Mittelbalkon, der Zugang erfolgt jedoch seitlich vom eingezogenen Schopf her. Diese kleine Störung, eine wesentliche Abweichung von dem, was man üblicherweise erwartet, macht das kleine Haus sofort interessant. Man merkt, hier wurde sensibel projektiert. Vom mittig eingeschobenen Vorraum führt die Treppe in zwei halben Läufen ins Wohngeschoß hinauf, wo die Bewegung vom Wintergarten zwar gebremst, der Blick aber durch diesen hindurch wieder ins Freie zielt. Der längs verlaufende Mittelgang wird akzentuiert von regelmäßig gesetzten Stützenpaaren. Der Schlafteil ist in drei Zimmer und das Bad gegliedert, während der Wohnteil offen ist und bis unter das Dach reicht. Er wird vom zentral platzierten Kachelofen beheizt. Übereinstimmend mit den Fassaden finden wir eine symmetrische Strukturierung, die dem konstruktiven Raster folgt. Dennoch wird dieser einmal offen und einmal geschlossen interpretiert, was die exakte Ordnung relativiert. Damit findet der Gesamtcharakter zu einer spezifischen Ausgewogenheit, deren gepflegter Ausdruck das Haus Ende der achtziger Jahre zum Topos zeitgenössisch-vorarlbergischer Holzarchitektur werden ließ.

(Walter Zschokke, 2001)

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