Haus B, Bregenz

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Das alte Vorfeld der Bregenzer Oberstadt bildet heute einen Park mit mächtigen Bäumen. Am mauergesäumten, steilen Aufgang zum alten Stadttor steht bungalowartig das Wohnhaus, dessen zwei Teile eingangsseitig in eine naturholzverbretterte und in eine eternitverschalte Hälfte geschieden sind. Die von Mauer und schmaler Pforte nach außen abgeschirmte Eingangsseite wirkt trotz ihrer Geschlossenheit nicht abweisend, weil die Eingangstüre verglast ist und sich darüber ein breiter Durchblick zu einer Terrasse öffnet. Und das querliegende Ausblicksfenster im Arbeitsraum ist proportional auf die eternitverkleidete Fläche abgestimmt, sodass die Wirkung die eines Sehschlitzes übersteigt. Der niedrigere Schlafbereich trägt die geschützte Dachterrasse, er ist massiv gebaut, während das Tageswohnen mit Blick auf Unterstadt und See, unter dem Schirm einer extrem schlank aufgestelzten Dachplatte versammelt ist. Rahmenartig gefaltete Scheiben fassen die Hälften vorn und hinten wieder zusammen und schaffen eingangs- und gartenseitig geschützte Vorbereiche. Im Innerem scheidet ein Gang, vorn und hinten verglast und gerade vom Eingang bis zum Garten durchlaufend die beiden Hauptfunktionsbereiche. Er zählt zum niederen Teil. Da die räumliche Abgrenzung zur Wohnzone mittels möbelartigen Elementen erfolgt, ordnet er sich hingegen grundrisslich dieser zu. Diese räumliche Überlagerung ist zugleich funktional, indem der Gang beide Teile bedient und wieder zusammenbindet. Doch ist er auch eigenständiger Längsraum, definiert von den stirnseitigen Öffnungen. An dem integralen räumlichen Gebilde greifen die Komponenten komplex ineinander, wobei den daraus entstehenden räumlichen Verdichtungen und Überlagerungen prinzipielle Funktionen zugeordnet sind. So setzt sich beispielsweise die Außenstiege zur Dachterrasse fort in einem Oberlichtaufsatz für die Schlafzimmer, der zugleich als Brüstung dient. Gartenseitig werden die raumhohen Glaswände des Wohnraums von verschieden tiefen Dächern beschirmt, die zusammen mit den Holzbohlenplattformen eine räumlich-funktionale Übergangszone erzeugen. Klarheit, Akuratesse und Verbindlichkeit vereinigen sich damit zu einem harmonischen Ganzen.

(Walter Zschokke, 2001)

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