Ferienhaus A, Davos

Ferienhaus A, Davos

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„Dieses Haus in kein Möbel, das ist Kultur, vergossen mit dem Innenraum“. Nicht nur Literaten, auch Handwerker entwickeln Poesie, wenn sie das Resultat eines perfekten Zusammenspiels von Idee und Ausführung beschreiben. Der Umbau eines traditionellen Ferienhauses, das sich dank seiner neu erworbenen Qualitäten mehr und mehr zum Alterssitz entwickelt hat, ist der Anlass für diese Euphorie.

Hoch über dem Tal und mit Blick auf mehrere Dreitausender liegt das Ensemble zweier kleiner Ferienhäuser aus den 1960er-Jahren. Mit kompakten Abmessungen von 8 mal 8 Metern bilden sie halb versetzt ein intaktes Ensemble, das durch den Umbau des unteren Gebäudes nicht gestört werden sollte. In den ursprünglich zweigeschossigen Baukörper wurden drei Ebenen buchstäblich millimetergenau eingefügt. Drei Gästezimmer im Sockel, ein überhoher Wohnraum, der bis unters Dach reicht und eine offene Galerie als Schlafbereich mit Bad stehen jetzt zur Verfügung. Ferner wurde das Dach um einen Meter angehoben und Bad sowie Nebenräume dicht unter die Dachkonstruktion eingepasst. An der Westseite wurde ein Fenster zu einem veritablen Panoramabild verbreitert.

Der gesamte Innenraum wurde optimal genutzt und in seinen Proportionen sorgsam ausbalanciert. Das Haus wurde komplett mit leicht geölter Weißtanne ausgekleidet. Mit hoher Präzision sind Innenausbau und Möbel zu einer Gesamtheit vereint. Um die Passgenauigkeit noch weiter zu erhöhen, wurde sogar das verwendete Massivholz auf die mittlere Luftfeuchtigkeit der Graubündner Gebirgsregion heruntergetrocknet. Die Küche wurde aus widerstandsfähigerem Ahornholz gefertigt, das sich – gut ausgesucht – nur unmerklich vom Tannenholz unterscheidet. Die markante Tischplatte ist aus zwei breiten, unbehandelten Ulmenbrettern zusammengesetzt. Der Einbau eines Ofens aus geöltem Schwarzblech unter der Treppe schuf zudem einen metallenen Kern als Kontrast zur samtenen Haut des Tannenholzes.

Zimmermann, Tischler, Schlosser und Steinmetz waren ausgesuchte Partner aus dem Bregenzerwald und wurden ihrem Ruf mehr als gerecht. In perfektem Zusammenspiel wurden die großteils vorgefertigten Elemente in langen Arbeitstagen zueinander gefügt. Eine vergleichbare Praxis war für die Vorarlberger Barockbaumeister und ihre Handwerkszünfte typisch, die in die Fremde zogen, um dort gemeinsam ihre Baukunst umzusetzen.

(Walter Zschokke, 2008)

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