Eurospar, Bregenz

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Im Delta der Bregenzer Ach siedelten sich nördlich der Rheinstraße Industrie- und Gewerbebetriebe an und mit zunehmender Urbanisierung auch ein großer Einkaufsmarkt. Unübersehbar signalisiert ein gebäudelanger Schild aus perforiertem Kupfertrapezblech, von dem sich große Teile mechanisch absenken lassen, den automobilen Kunden entweder ‘geöffnet’ oder ‘geschlossen’. Der 100 Meter lange Baukörper bildet eine einzige Großform, die sich in ihrer Klarheit von den Nachbarbauten abhebt.

Hinter dem fein gelochten Schirm, der neben seiner Signalwirkung die praktische Aufgabe hat die mehrheitlich verglaste Südfront zu beschatten, teilen sich die Verkaufshalle und eine ebenerdige, gedeckte Parkfläche den Raum. Zudem dient das gesamte Untergeschoss als Tiefgarage, deren logische Organisation der Übersicht und Sicherheit förderlich ist. Zwei Laufbänder erleichtern die Verbindung zu dem Verkaufsgeschoss.

Die Konstruktion des eingeschossigen Bauwerks basiert auf einem weitmaschigen Stützenraster von etwa 12 mal 16 Metern, das in der Verkaufshalle kaum in Erscheinung tritt, auch wenn die Stützen aus Stahlbeton sichtbar bleiben. Ihre schlanken Proportionen, ermöglicht durch die großzügige Raumhöhe und die geringen Dachlasten, verleihen ihnen ungewohnte Eleganz. Das Dach bilden schmale, hohe Träger aus Brettschichtholz, auf denen eine Decke aus massivem Fichtenholz aufliegt. Dielen, von zwölf Zentimetern Stärke und 20 Zentimetern Breite, sind zu Platten gefügt, deren Materialwirkung den architektonischen Raum mitbestimmt. Die Einrichtung folgt, wie in allen Einkaufsmärkten, betriebswirtschaftlichen und firmenspezifischen Kriterien.

Gemessen an der verbreiteten Bauaufgabe, für die je nach Firmenphilosophie mittlerweile die gesamte Bandbreite gestalterischer Möglichkeiten genutzt wird, ist der Einsatz architektonischer Mittel beim Eurospar-Einkaufsmarkt eher zurückhaltend. Dazu gehören ein architekturwirksames aber sparsames Konstruktionssystem, ein übersichtlich strukturierter Grundriss, sorgfältig bestimmte Proportionen und das besondere Element des perforierten Schildes. Das ist wesentlich mehr an architektonischem Gehalt, als üblicherweise ein ‘decorated shed’ aufweist, doch dieses Bauwerk ist zugleich ein Beispiel, wo weniger mehr ist.

(Walter Zschokke, 2008)

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