Café-Bar W. Greil, Innsbruck

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Die neu barocke Fassade aus dem frühen 20. Jahrhundert an einem Stadthaus der Innsbrucker Innenstadt stand außer Diskussion. Das nur 40 m² große Geschäftslokal verfügt über ein attraktives, mit einem Korbbogen überspanntes Schaufenster. Ein Ochsenauge krönt die daneben befindliche Eingangstüre: seine hochgestellte, verglaste Ellipse wird außen von einer breiten und schwungvollen Steinfassung gerahmt. Hinter diesem, der Gesamtfassade untergeordneten Portal erfolgt ein scharfer Schnitt: innen verbleiben die glatten Strukturen der Mauerpfeiler, alles Übrige ist neu.

Eine große, mattierte Glasscheibe hinter der Türe versetzt die Eintrittsbewegung vom Rand in die Raummitte, schirmt den Sitzbereich mit Wandbank und vier Tischen ab und dient im Winter, ergänzt durch einen Vorhang, als Windfang. Eine gleiche, aber kleinere Glasscheibe bremst im Schaufenster die Blicke der Passanten und trägt den Namenszug des Cafés. Die Bar besetzt die Gegenseite zu den Tischen, wobei das großzügige Vorfeld für ein traubenartiges Beisammenstehen bemessen ist. Hinter dem glatten Tresen stehen vor hinterleuchteter Mattglaswand Flaschen und Gläser. Für die kleine, im Lokal erhältliche Speisenauswahl ist im Tresen eine Vitrine eingeschnitten. Edle Materialien und dunkle Farben bestimmen den Raum. Der Boden aus unbehandelter Eiche, dunkelbraunes Leder für die Sitzbank und walzrohes Eisenblech erzeugen eine angenehm gedämpfte Atmosphäre, was von raumakustischen Maßnahmen an der durchaus glatten Decke unterstützt wird. Zarte Beleuchtungskörper über der Bar wirken nahezu scheu. Sie stören die Wirkung des Einraumes nicht, der als öffentliches Wohnzimmer, von früh bis spät Gästen offensteht. Nur die Sanitärräume sind abgetrennt, fünf Stufen wie aus gefaltetem Holz gemacht, führen hin.

(Walter Zschokke, 2001)

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