BORG Schoren, Dornbirn
Die Schulanlage aus den frühen 1970er-Jahren befindet sich in der Nachbarschaft des Dornbirner ORF-Gebäudes und grenzt mit der Rückseite an die Dornbirner Ach. Ihre dringend erforderliche Erneuerung in thermischer und haustechnischer Hinsicht wurde begleitet von einer sorgfältigen Überformung und Präzisierung des architektonischen Ausdrucks. Notwendige Zubauten und Ergänzungen erfolgten in angemessener Weise als qualifizierte Fortschreibungen des Grundkonzepts unter Wahrung des Gesamtbildes.
Der Hauptzugang von der Straße her erfolgt nicht ohne Pathos durch einen ansteigenden, schmalen, langen Ehrenhof, dessen Ausdruck gesteigert wird von drei Stufensequenzen, die ihn zugleich in distanzierende Abschnitte unterteilen. Gegenüber dieser Schwere wirkt die Leichtigkeit des transparent verglasten neuen Mehrzwecksaals, der linkerhand vorstößt, befreiend. Nicht zuletzt ist es das schlank gestützte Vordach der loggienartigen Stirnseite, die als gedeckter Außenraum über hohe Aufenthaltsqualitäten verfügt und den strengen Charakter des Zugangs entspannt.
Das ursprüngliche Konzept ordnete die Nutzungsgruppen windradartig um eine zentrale, mehrgeschossige Treppenhalle, in der sich zwei gegenläufige Züge über ein Zwischenpodest tangieren, sodass eine attraktive architektonische Figur entsteht, die ein Begegnen in der Bewegung provoziert. Diese Qualität wurde erkannt und bewahrt. Der gesamte übrige Innenausbau der Standard- und Sonderklassen, der Bibliothek, der Mensa, der beiden Turnhallen und der Verwaltung wurde nach aktuellen Erfordernissen und mit gesteigertem gestalterischem Anspruch erneuert. Dabei verwendeten die Architekten eine kühl-rationale Formensprache, die auf ein gediegenes Ambiente als Hintergrund für die bunten Schülerscharen setzt.
Es gelingt den Architekten, den spröden Ausdruck der sorglosen Zeit vor der Ölkrise von 1973 nicht einfach zu verdrängen, sondern ihn in seinen technischen und formalen Mängeln zu korrigieren. Noch deutlicher kommt dies bei der Erneuerung der Fassaden zur Geltung, die heutigen Ansprüchen gemäß wärmegedämmt wurden. Die Öffnungen wurden entsprechend den dahinterliegenden Nutzungen differenziert. Der Putzcharakter und die horizontale Gliederung in Schichten mit tiefer liegenden Lüftungsflügeln sowie ausgewogene Proportionen von Fenstern, Rahmen und Gläsern verleihen der gesamten Anlage mit klassisch-modernen Gestaltungsmitteln einen noblen Charakter.
(Walter Zschokke, 2008)










