arlberg.well.com, St. Anton

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Die Verlegung der Arlbergbahntrasse von der nordwestseitigen Geländestufe über dem Dorf Sankt Anton an die schattige Talseite bot für die Entwicklung des Kurorts eine einmalige Chance. Auf der neu gewonnenen Fläche bildet die großzügige Anlage mit Mehrzweckhalle, Wellnessbad und Gastronomie eine erste Setzung in dieser vitalen Schnittstelle zwischen Skipisten und Dorf. Wo früher die Gleisanlagen eine harte Trennung bedeuteten, entwickelte sich eine offene Promenade.

Das breit gelagerte Volumen ist tief in das dahinter ansteigende Gelände hineingeschoben, sodass der Auslauf einer nahen Skipiste das beschneite Gründach nutzen kann und vor dem Bauwerk eine großzügige Freifläche mit Promenadencharakter verbleibt. Den nordöstlichen Abschnitt beansprucht die Mehrzweckhalle, während Gastronomie und Wellnessbad im südwestlichen angeordnet sind. Dem ganzen Gebäude ist eine verbindende Raumschicht vorgelagert, die als gedeckte Vorfahrt, Vorhalle oder Wandelhalle dient. Ein schattenspendender Wetterschirm aus dunkel verwitternden Eichenholzlamellen integriert die Hauptfassade des relativ großen Gebäudes in die kleinteiligere Siedlungsstruktur des Kurorts. Hinter dieser Querverbindung entwickeln sich die Grundrisse in die Tiefe, wobei vor der Mehrzweckhalle ein breites Foyer die schwallartig auftretenden Besuchermassen aufnimmt. Zwei Seminarräume, die ins Obergeschoss der hohen Halle eingehängt und über verglaste Stege zugänglich sind, schaffen eine attraktive Raumgestalt und werten das profane Foyer auf. Das Wellnessbad ist um den südwestlich offenen Hof angeordnet. Vom Kassenfoyer an der Promenade ist es über die architektonische Figur einer langen Rampe zugänglich, die in lakonischer Klarheit vom dunkleren Erdgeschoss ins lichtdurchflutete Obergeschoss führt. Dreiseitig umfassen Aufenthaltsbereiche die um ein Geschossdrittel tiefer liegenden Schwimmbecken und bieten eine gute Übersicht. Der großzügige Gastronomiebereich orientiert sich mit breiter Terrasse zur Promenade. Die zeitgenössische Innenraumgestaltung wendet sich an ein aufgeschlossenes Publikum. Das intensive urbane Leben, das sich zur Hochsaison im Inneren des Gebäudes abspielt, bildet sich nach außen wenig ab. Vielmehr ist die Anlage zurückhaltend in die alpine Landschaft eingebunden, in der das Dach als weitere Fassade mit seinen rationalen Aufbauten als konkretes Raumkunstwerk erscheint.

(Walter Zschokke, 2008)

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