Angelika Kauffmann Museum, Schwarzenberg

Angelika Kauffmann Museum, Schwarzenberg

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Am ansteigenden Hang westlich des Dorfkerns befinden sich zwei kleine Museen in einem historischen und sorgfältig gepflegten Wälderhaus. Der ehemalige Wohnteil dient als Heimatmuseum und weist den typischen, laubenartigen Vorraum auf, den die Bregenzerwälder „Schopf“ nennen, der, ungeheizt, mit von der Decke herunterklappbaren Läden oder Fenstern gegen Wind und Wetter abschließbar ist. Es ist ein Raumtypus, der von Dietrich I Untertrifaller gern verwendet wird. Das neue Angelika Kauffmann Museum füllt den früheren Wirtschaftstrakt und wird über dessen Tenne betreten.

Eine breite Schiebewand lässt sich beiseite schieben, und das Haus ist geöffnet. Das bis unters Dach hinaufreichende Foyer liegt hinter einer breiten Glaswand, als ob das Tor zur Tenne offen stehen würde. Dagegen sind die Türen, der zu öffnende Teil, massiv in Holz gehalten und geschlossen. Das frische Blassgelb des Weißtannenholzes von Wänden und Möbeln kontrastiert mit der altersdunklen Blockwand des Wohnteils, die unverkleidet blieb. Neue Träger sind zum Abfangen der Dachlasten erforderlich und bestehen zur Unterscheidung vom alten Zimmermannswerk aus Stahlprofilen. Der Boden, sägeraue Tannenbretter, begeht sich sanft wie ein Teppich. Er zieht sich in den Ausstellungssaal hinein, dessen Seitenwände in drei flache Nischen gegliedert sind, unterteilt von schmalen, verglasten Zwischenräumen, in denen die Stahlprofilböcke zu sehen sind, die die Dachlasten der alten Holzbinder abfangen. Verschlüsselt wird damit an die Struktur der alten Hülle erinnert, in die die neue, deutlich aus einzelnen Teilen gefügte, hineingebaut wurde. Die flache Decke und die Nischenelemente sollen nicht raumschließend wirken, auch wenn eine klimatische Trennung besteht. Hier wurde jedoch nicht ein „Haus im Haus“ gebaut – ein beliebtes Thema der Postmoderne. Vielmehr definieren die raumbildenden Elemente zwar den Ausstellungssaal, lassen aber trotzdem die Erinnerung an das schirmende, ehemalige Wirtschaftsgebäude zu, das mehr als die Hälfte des früheren Bauernhofs ausmacht. Dieser architektonische Dialog ist anspruchsvoll, schiebt sich jedoch nicht in den Vordergrund. Die Porträts der großartigen, aus Schwarzenberg stammenden Künstlerin Angelika Kauffmann (1741–1807) kommen, mild beleuchtet, vor den weißen Hängeflächen bestens zur Geltung. Kleine und große Welt, Tradition und Innovation werden in diesem Bauwerk auf zurückhaltende Art und Weise geschickt miteinander verknüpft.

(Walter Zschokke, 2008)

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